"Transmanieristische Reaktionen": Ein manieristischer Aufriss

18. November 2015, 07:00
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In der Wiener Akademie der bildenden Künste

Manierismus als Alchemie wider den Zwang. So in etwa lautet das Motiv hinter einem bunten Ausstellungs- und Performanceprojekt der Wiener Akademie der bildenden Künste, das sich ab Donnerstag bis Anfang Jänner im xhibit-Ausstellungsraum und weiteren Teilen des Schillerplatzes enthüllt. Titel der Veranstaltungen: "Aufgerissenen Auges: Transmanieristische Reaktionen".

Mit dabei bei der Eröffnung des Performanceparcours am 19. November ab 19.30 Uhr sind unter anderem Choreografin und Tänzerin Brigitte Wilfing, Modedesigner Markus Hausleitner, der Wiener Musiker Crazy Bitch in a Cave, das Burlin Mud's Metal Mang Orkaestra, Zoe DeWitt und Pete Prison IV.

Eröffnungsprogramm mit Zoe DeWitt

Einige geistige Grundlagen vermittelt etwa Multimediakünstlerin Zoe DeWitt mit einer Performance-Lecture (20.00) über die Frage "What is a body?". Es geht um die schier unlösbare Aufgabe, den menschlichen Körper von heute letztgültig zu definieren. Kartesianische Trennung (von Körper und Geist) geht nicht. Der Körper als Extension im Raum? Na ja. Und dann noch das Subjekt. Sehr schwierig – vor allem dann, wenn es sich mit seinen körperlichen Gegebenheiten nicht abfinden kann.

Die Wiener Künstlerin öffnet einen atmosphärisch aufgeladenen Blick darauf, warum es zurzeit gar so viel Drag und Burlesque in der Kunst gibt. Okzidentale Philosophien werden aufgerollt, ihre Kontrollfunktionen bloßgestellt, Artauds organloser Körper tritt zur Musik (es klingen Knochen und Schädel) von Zero Kama an. (ploe, 18.11.2015)

Akademie der bildenden Künste, Wien, 19. 11., 19.00

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