Ein Emoji als (Nicht-)Wort des Jahres

17. November 2015, 13:21
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Seine große Beliebtheit dürfte das Freudentränen-Emoji wohl zu Freudentränen rühren

Oxford – Da fehlen einem die Worte! Die Wahl zum Wort des Jahres stößt einen als durchschnittlichen Sprecher ja immer wieder an die Grenzen seiner eigenen, ihm bekannten Sprachwelt. Aber diesmal ist das Wort des Jahres nicht einmal ein Wort, sondern ein Piktogramm: ein Emoji.

Im Speziellen das "Freudentränen-Emoji", wie die Redaktion des Oxford Dictionary soeben bekannt gab. Inzwischen mache dieses in Großbritannien nämlich 20 Prozent aller versendeten Bildchen aus, wie der Blog "The Verge" erhob; 2014 dümpelte das gelbe Gesicht mit dem weit aufgerissenen Mund und den aus zu Strichen verengten Augen quellenden, hellblauen Kullertränen noch bei vier Prozent dahin. Am zweitpopulärsten unter den vielsagenden Sprachersatz-Zeichen soll übrigens das Kussmund-Emoji mit fliegendem Herzen sein.

"Emojis sind zu einer wichtigen Form der Kommunikation geworden, die sprachliche Grenzen überwinden kann", erklärte Oxford-Dictionary-Redaktionschef Caspar Grathwol die Entscheidung. "Emojis verkörpern einen zentralen Aspekt des digitalen Lebens, das sehr visuell, emotional und unmittelbar ist." Obwohl schon lange Teil der Jugendkultur, seien sie erst in den letzten Jahren im Mainstream angekommen, stellt die Aussendung weiters fest.

Zur Versöhnung für alle Ausschreiber und Buchstabenfetischisten: Zumindest verschmilzt der Begriff im Japanischen, aus dem er kommt, die Bezeichnungen für Bild und Buchstabe! ;-)

(wurm, 17.11.2015)

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