Für jeden Vierten ist Geld der einzige Antrieb im Job

18. November 2015, 13:01
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Nur 12 Prozent bezeichnen ihren Beruf als "Traumjob" – Arbeitgeber wissen offenbar selten über die Karrierewünsche ihrer Mitarbeiter Bescheid

Arbeiten um zu leben oder leben um zu arbeiten: Seit jeher eine der Grundfragen erwerbstätiger Menschen. Wie zufrieden die Österreicher mit ihren Arbeitsstellen sind, fragte das Online-Portal karriere.at 427 Nutzer. Die relative Mehrheit der Befragten (33 Prozent) meint offenbar, "es ziemlich gut erwischt zu haben" – selbst wenn es noch besser ginge.

Mehr als ein Viertel (28 Prozent) sagt, dass die derzeitige berufliche Tätigkeit weder gut noch schlecht sei, aber aus praktischen Gründen passe. Fast genauso viele (27 Prozent) beschreiben ihren Job jedoch sehr negativ, sie sagten in der Umfrage: "Geld ist mein einziger Antrieb." Nur zwölf Prozent der befragten Arbeitnehmer bezeichnen ihren Beruf als "Traumjob", den sie immer schon ausüben wollten.

foto: karriere.at

Mangelhafte Kommunikationskultur

Woher kommt die relativ hohe Unzufriedenheit? Ein Erklärungsansatz könnte laut karriere.at in mangelhafter Kommunikationskultur zwischen Mitarbeiter- und Führungsebene liegen. Denn die Online-Befragung von 137 Führungskräften, HR-Managern und Geschäftsführern zeigt auf, dass die meisten (43 Prozent) die Karrierewünsche ihrer Mitarbeiter nur dann erfahren, wenn sie selbst aktiv danach fragen.

41 Prozent berichten, dass solche nur im Mitarbeitergespräch thematisiert würden. Für acht Prozent der Manager ist die Jobzufriedenheit überhaupt kein Thema. Ebenso viele Führungskräfte hingegen an, Entwicklungswünsche der Teammitglieder genau zu kennen.

foto: karriere.at

"Cultural Fit" als Ziel

"Jeder Arbeitnehmer definiert seinen persönlichen Traumjob anders. Für Arbeitgeber ist es auch unmöglich auf jeden Wunsch eines Arbeitnehmers einzugehen. Dass jeder vierte Befragte angibt, nur des Geldes wegen arbeiten zu gehen, sollte für Unternehmensvertreter ein Alarmsignal sein", sagt karriere.at-Geschäftsführer Jürgen Smid.

Das Ergebnis zeige aber auch deutlich, dass es beim wechselseitigen Austausch zwischen Mitarbeitern und Führungsebene hapert. Smid: "Ein erster Schritt zur Steigerung der Zufriedenheit im Team sind anonymisierte Mitarbeiterbefragungen, ein weiterer eine vertrauensvolle Anlaufstelle für Beschwerden und Entwicklungswünsche für Arbeitnehmer." Denn nur wer diese genau kenne, könne auch am "Cultural Fit" zwischen Mitarbeiter und Unternehmen arbeiten." (red/lib, 18.11.2015)

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    foto: apa/epa/steffen schmidt
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