"Vatileaks": Journalist folgt vatikanischer Vorladung nicht

17. November 2015, 10:47
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Vatikanische Justiz hatte den Enthüllungsjournalisten Ginaluigi Nuzzi zur Vernehmung geladen – Nuzzi: "Keine Medien- und Pressefreiheit"

Rom/Vatikanstadt – Der durch seine Veröffentlichung vertraulicher Dokumente der Kurie bekannt gewordene italienische Enthüllungsjournalist Gianluigi Nuzzi, der am Dienstag zu einer Vernehmung in den Vatikan geladen worden war, wird nicht vor den vatikanischen Staatsanwälten erscheinen. Dies teilte Nuzzi am Montag mit.

Im Vatikan sei weder Meinungs- noch Pressefreiheit garantiert. "Im Vatikan werden diejenigen bestraft, die sich um freie Berichterstattung bemühen", kritisierte Nuzzi. Sollte der Vatikan die italienischen Justizbehörden auffordern, ihn zu vernehmen, werde er überlegen, ob er die Fragen beantworten werde.

"Vatileaks"-Skandal ausgelöst

Der Vatikan hatte am vergangenen Mittwoch bestätigt, dass er gegen Nuzzi und dessen Kollegen Emiliano Fittipaldi wegen des Verdachts der Veröffentlichung vertraulicher Dokumente ermittelt. Beide hatten vor zehn Tagen getrennt voneinander Bücher veröffentlicht, in denen sie dem Vatikan unter anderem Veruntreuung von Spendengeldern vorwerfen. Sie stützen sich dabei auf Dokumente aus der Kurie, die ihnen zugespielt wurden.

Nuzzi hatte 2012 mit der Veröffentlichung vertraulicher Dokumente den damaligen "Vatileaks"-Skandal ausgelöst. Der Vatikan verfügt als souveräner Staat über eine eigene Justiz. (APA, 17.11.2015)

  • Enthüllungsjournalist Nuzzi sieht im Vatikan keine Pressefreiheit und will sich dort deshalb nicht vernehmen lassen.
    foto: apa/epa/georg hochmuth

    Enthüllungsjournalist Nuzzi sieht im Vatikan keine Pressefreiheit und will sich dort deshalb nicht vernehmen lassen.

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