"Starker Anstieg" bei ankommenden Flüchtlingen

17. November 2015, 10:45
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Knapp 4.000 Menschen Dienstagfrüh in Sammelstelle Spielfeld – Premier Cerar: Österreichischer Grenzzaun nicht im Interesse Sloweniens

Sloweniens Regierungschef Miro Cerar hat die österreichische Regierung darum gebeten, keinen Zaun an der gemeinsamen Grenze zu erreichten. Das sagte Cerar am Montagabend in einem Interview mit dem Sender RTV Slovenija. Ein Zaun an der nördlichen Grenze wäre nicht im Interesse Sloweniens, sagt er.

In dem Interview äußerte sich Sloweniens Regierungschef auch zu den eigenen Zaunplänen. Die Entscheidung seiner Regierung, "Barrieren" zu errichten, habe Österreich und Deutschland überrascht, sagte er. Diese hätten gegen die slowenischen Pläne protestiert, doch nachdem man ihnen erklärt habe, dass Slowenien nicht die Schließung seiner Grenze beabsichtige, habe man sich in Wien und Berlin "dankbar" gezeigt, sagte Cerar.

Zahl der Ankommenden steigt

Im steirischen Spielfeld ist die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge in den vergangenen Tagen kontinuierlich gestiegen. Dienstagfrüh befanden sich um 6:00 Uhr bereits 3.800 Menschen in der dortigen Sammelstelle, wie die Polizei mitteilte. Auf der slowenischen Seite warteten weitere 3.600 Schutzsuchende auf eine Einreise.

Um 8:00 Uhr warteten auf beiden Seiten des Grenzübergangs laut Polizei jeweils knapp 4.000 Flüchtlinge. In den vergangenen 24 Stunden habe es knapp 3.000 Grenzübertritte in Spielfeld gegeben. Die Polizei sprach von einem "starken Anstieg", der sich fortsetzen werde. Es seien genug Transportmöglichkeiten vorhanden, jedoch gebe es einen Mangel an Quartieren, daher stünden die Transportmittel still, sagte Polizeisprecher Leo Josefus am Dienstagmorgen. Derzeit habe man keine genauen Informationen über die Lage im slowenischen Grenzgebiet.

Am Montagabend war es aufgrund des großen Andrangs zu Verzögerung beim Weitertransport der Menschen in die Bundesländer und an die deutsch-österreichische Grenze gekommen. Um 18.00 Uhr warteten noch 5.000 Flüchtlinge im slowenischen Sentilj auf einen Grenzübertritt. Dennoch habe man binnen 24 Stunden rund 3.000 Schutzsuchende aus Spielfeld weggebracht, teilte die Polizei am Dienstag mit. (APA, 17.11.2015)

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