Wien: Zuzug und Diversität als Herausforderung

16. November 2015, 19:08
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Die Wiener Kulturpolitik bleibt personell unverändert – Migration wird wichtiger

Wien – Seit 15 Jahren lenkt An dreas Mailath-Pokorny die Geschicke der Stadtregierung im Kultur- und Wissenschaftsbereich. Lange genug, meinten nicht wenige in der freien Kulturszene, die im Vorfeld der Wiener Wahl unter dem Slogan "Eine andere Kulturpolitik ist nötig" den Aufstand gegen den Stadtrat probten.

Nun ist klar: Der zwei Meter große Wiener bleibt und erhält die Sportagenden gleich noch dazu. Die Kultur habe zu den ersten Verhandlungspunkten gehört, bei denen man sich mit den Grünen einig war, hieß es. Im über 130 Seiten starken Koalitionsübereinkommen von Rot-Grün II nimmt die Kultur acht Seiten ein. Viel Neues findet sich darin nicht, man setzt nicht nur personell, sondern auch inhaltlich auf Kontinuität.

Cultural Guidelines

Aufgelistet sind zwölf "Cultural Guidelines", die neben einem Bekenntnis zu "starker öffentlicher Kulturfinanzierung" und der "Freiheit der Kunst" etwa auch die Berücksichtigung von Menschen mit Migrationshintergrund im Beiratswesen festschreiben. Einen Schwerpunkt will man auf den Umgang mit Wien als wachsender Stadt legen, auch bei künftigen Flüchtlingsbewegungen müsse "aktive Kulturpolitik ansetzen", heißt es.

Demnach sollen in jedem Stadterweiterungsgebiet Kultureinrichtungen etabliert und mit innerstädtischen Häusern vernetzt werden. Das Potenzial der Bezirksmuseen werde derzeit "wenig ausgeschöpft". Gratis kul tur soll mit "Konzerten, Lesungen, Performances vor Einkaufszen tren, in Parks und am Hauptbahnhof" stattfinden.

Der Straßenkunst will man mit "Willkommenshaltung" begegnen. Für die kulturelle Zwischennutzung von leerstehenden Gebäuden ist eine Agentur bereits auf Schiene. Beim Förder wesen wolle man sich nicht an Markt- und Quotendenken orientieren, private Mittel seien ein "erwünschter Beitrag zur öffentlichen Finanzierung". (stew, 16.11.2015)

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