Ökostrombranche weist Kritik an hoher Förderung zurück

16. November 2015, 18:13
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Jeder Euro, der in den Ausbau erneuerbarer Energien fließe, sei gut angelegt

Wien – Betreiber von Windenergie- und Photovoltaikanlagen gehen in Konfrontation mit Kritikern hoher Ökostromförderungen. Jeder Euro, der in den Ausbau erneuerbarer Energien fließe, sei gut angelegt, lautet der Grundtenor. Anders als bei Öl und Gas, wo Milliarden ins Ausland fließen, bleibe das für den Ausbau von Wind- und Sonnenenergie investierte Geld überwiegend im Land.

Vorausgegangen sind von der Arbeiterkammer (AK) publik gemachte Zahlen, wonach die Kosten der Ökostromförderung 2016 auf knapp 1,3 Milliarden steigen werden, rund 17 Prozent mehr als heuer. Für einen Durchschnittshaushalt, der 3500 Kilowattstunden Strom im Jahr verbraucht, sind das knapp 120 Euro statt bisher 103 Euro – der STANDARD hat in der Wochenendausgabe berichtet.

Schäden einrechnen

"Bei der Bewertung der Ökostromzuschläge sind auch immer die Schäden einzurechnen, die durch das CO2 verursacht werden,", sagt Peter Püspök. Der Präsident des Dachverbandes Erneuerbare Energie Österreich verweist auf eine Studie des deutschen Umweltbundesamtes, das diese Schäden mit acht Cent je Kilowattstunde taxiert hat – ein Vielfaches des in der Kritik stehenden Ökostromzuschlags. "An dem Tag, an dem allen Energieformen die wahren Kosten zugerechnet werden, erübrigt sich jeder Ökostromzuschlag", sagte Püspök.

Der "absurd niedrige Marktpreis von Strom" sei nicht Folge des Zubaus von Ökostrom, sondern Konsequenz des Nicht-Ausscheidens von "Schmutzenergien" wie der Kohle. Vor dem Hintergrund der beginnenden Klimaschutzkonferenz in Paris plädiert Püspök für eine Abgabe auf CO2. Durch ein intelligentes Steuerungssystem könnten nicht nur Belastungen von Privaten und Wirtschaft vermieden, sondern auch die rituellen Grabenkämpfe der Sozialpartner zum Thema Energie beendet werden. (stro, 16.11.2015)

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