Neue Aufschlüsse über den Denisova-Menschen – Mysteriöse Stammeslinie der Europäer entdeckt

17. November 2015, 05:30
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Neue Aufschlüsse über den Denisova-Menschen

Leipzig – Seine Entdeckung war eine Sensation: 2010 gaben Forscher um Paläogenetiker Svante Pääbo bekannt, dass sie anhand der DNA eines Fingerknöchelchens einen neuen ausgestorbenen Verwandten des modernen Menschen identifizieren konnten. Der sogenannte Denisova-Mensch unterscheidet sich genetisch vom Neandertaler und lebte vor rund 40.000 Jahren im südsibirischen Altaigebirge.

Im Fachblatt "PNAS" stellen Pääbo und sein Team nun DNA-Analysen von zwei Backenzähnen vor, die ebenfalls Denisova-Menschen gehörten. Dadurch erhärtet sich zum einen das bisherige Wissen über diese ausgestorbene Menschengruppe. Zum anderen deutet ein deutlich älterer Backenzahn darauf hin, dass Südsibirien über lange Zeiträume hinweg von Denisova-Menschen besiedelt worden war.

foto: bance viola
Einer der beiden großen Denisova-Backenzähne

Abstract
PNAS: "Nuclear and mitochondrial DNA sequences from two Denisovan individuals"

Mysteriöse Stammeslinie der Europäer entdeckt

Cambridge – Genetisch sind wir Europäer eine bunte Mischung aus verschiedensten Völkern, die in den letzten Jahrtausenden nach Europa einwanderten. Forscher der Uni Cambridge haben nun im Fachblatt "Nature Communications" den Ursprung einer bisher unbekannten Stammeslinie rekonstruiert.

Anhand von Genanalysen zweier Fossilien aus Georgien wurde offenbar, dass ein lange isoliertes Jäger- und Sammlervolk aus dem Kaukasus zu unseren Vorfahren gehörte. Nach Europa gelangten die Gene dieses Volks mit den Jamnaja – den Steppenreitern, die vor 5000 Jahren nach Europa einwanderten.

foto: trinity college dublin
Knapp 10.000 Jahre altes Skelett aus dem Kotias-Felsunterstand in Georgien.

Link
Nature Communications: "Upper Palaeolithic genomes reveal deep roots of modern Eurasians"

(tasch, red, 17.11.2015)

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