Arbeiterkammer Wien sucht neuen Direktor

17. November 2015, 08:54
124 Postings

AK-Präsident Rudolf Kaske startet das Auswahlverfahren für die Nachfolge von Werner Muhm

Wien – Noch ist Werner Muhm in Amt und Würden. Bis Mitte 2016 läuft sein Vertrag als Direktor der Arbeiterkammer Wien, dann tritt der 65-Jährige in den Ruhestand. Wer Muhm als operativer Chef der AK Wien nachfolgt, hat der Präsident der AK Wien, Rudolf Kaske, nicht entschieden. Dementsprechend schießen die Spekulationen, wer dem einflussreichen Kanzlerberater folgen könnte, ins Kraut.

Gesteigertes Interesse am mächtigsten Posten in der AK-Zentrale in der Wiener Prinz-Eugen-Straße nachgesagt wird beispielsweise Bernhard Achitz. Für den leitenden Sekretär im ÖGB unter Präsident Erich Foglar wäre das so eine Art Rückkehr. Denn der 50-jährige Jurist wurde in der sozialpolitischen Abteilung der Arbeiterkammer Wien quasi sozialisiert, ehe er 1997 an die Spitze des Referats Sozialpolitik im ÖGB wechselte.

Als tauglich für den Direktorsposten nennt man in ÖGB-Kreisen auch Christoph Klein, ehemals Vize-Chef der Abteilung Sozialpolitik der AK und ehemals Vize-Generaldirektor des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger.

Als aussichtsreiche Kandidatin – Frauen sind in den Führungsebenen von ÖGB und AK tendenziell unterrepräsentiert – für die AK-Direktion wird Alice Kuntner gehandelt. Sie ist Bereichsleiterin Soziales in der AK und Stellvertreterin von AK-Direktor Muhm.

Ernst zu nehmende Anwärterin

Auch Maria Kubitschek, Bereichsleiterin Wirtschaft wird als ernstzunehmende Anwärterin an der AK-Spitze gehandelt. Kubitscheks Intermezzo im Kabinett der damaligen Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) währte nur kurz (ab 2011). Als sie in die AK zurückkehrte, munkelte man in AK-Kreisen, die ausgewiesene Expertin in Wirtschaftssachen bringe sich für die Muhm-Nachfolge in Stellung. Als sich dessen Abgang verzögerte, wurde es still um die Aufsichtsrätin von Asfinag, AIT, Wiener Stadtwerke Holding und Vienna Insurance Group AG (Wiener Versicherung Gruppe).

Apropos: Bezüglich Aufsichtsratsmandaten kann Kubitschek mit ihrem Chef fast mithalten. Muhm sitzt im Aufsichtsrat von Kommunalkredit und KA Finanz, Verbund AG, Wiener Städtische Versicherung, der Leopold-Museum-Privatstiftung und der A. W.H. Beteiligungsgesellschaft des Vereins der Arbeiterheime.

Wen sich der AK-Präsident als Direktor an seine Seite wünscht, dazu sagt Kaske nichts. Laut AK-Gesetz hat er dabei freie Hand, könnte dem AK-Vorstand eine Person vorschlagen. "Das ist mir zu wenig", sagt Kaske. Der AK-Direktor sei schließlich nicht irgendein Posten, sondern der operative Chef einer Organisation mit 700 Mitarbeitern und für Finanzen zuständig. "Daher lade ich Interessenten zu einem Auswahlverfahren." Selbiges wird vom AK-Präsidium durchgeführt. (Luise Ungerboeck, 17.11.2015)

  • Geht Mitte 2016 in Pension: AK-Direktor W. Muhm.
    foto: standard/cremer

    Geht Mitte 2016 in Pension: AK-Direktor W. Muhm.

Share if you care.