Veranstalter streichen Sinai-Reisen

16. November 2015, 16:08
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Deutsche Fluglinien dürfen nur noch Handgepäck an Bord von Passagiermaschinen transportieren

Sharm el-Sheikh/Berlin – Große deutsche Reiseveranstalter streichen wegen neuer Gepäckvorschriften Reisen nach Sharm el-Sheikh auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel. Da deutsche Fluggesellschaften auf Anweisung des deutschen Verkehrsministeriums bei Abflügen aus Sharm el-Sheikh nur noch Handgepäck mitnehmen dürften, würden alle Reisen auf den Sinai bis Ende Jänner gestrichen, teilte die DER Touristik in Köln mit.

Betroffene Kunden erhielten ihr Geld zurück oder könnten kostenfrei umbuchen.

DER Touristik gehört zur Rewe-Gruppe und ist nach eigenen Angaben der zweitgrößte Reiseveranstalter Deutschlands. Auch die Nummer eins der Branche, TUI, sagte bis Ende Jänner alle Sharm el-Sheikh-Reisen ab. Hier gehe die Entscheidung ebenfalls auf die Anweisung des deutschen Bundesverkehrsministeriums zurück, sagte eine Unternehmenssprecherin. Das Verbot, aufgegebenes Gepäck zu transportieren, hätte ansonsten zu "logistischen Problemen" geführt, erläuterte sie. Kunden können den Angaben zufolge auch bei TUI kostenlos umbuchen oder ihr Geld zurück bekommen.

Gepäck kommt per Frachter nach

Ein Sprecher des deutschen Verkehrsministeriums erklärte auf Anfrage, derzeit dürften aufgegebenes Gepäck, Fracht und Bordvorräte nicht mehr in die Passagiermaschinen geladen werden. Eine entsprechende Vorschrift für deutsche Fluggesellschaften habe am Freitag das Luftfahrtbundesamt erteilt. Aufgegebenes Gepäck dürfe nur noch mit Frachtmaschinen transportiert werden. Ziel sei es, "die Sicherheit für Passagiere und die Besatzungen zu erhöhen".

Hintergrund des Vorgehens ist offenbar der Absturz einer russischen Passagiermaschine auf dem Sinai am 31. Oktober sein. Das Flugzeug war in Sharm el-Sheikh gestartet; bei dem Unglück starben alle 224 Insassen. Die Untersuchung der Absturzursache ist noch nicht abgeschlossen. Die Regierungen der USA und Großbritanniens gehen aber davon aus, dass der Airbus durch das Zünden einer Bombe zum Absturz gebracht wurde.

Nach der Katastrophe saßen vor allem russische und britische Touristen zunächst in Sharm el-Sheikh fest, weil ihre Heimflüge gestrichen wurden. In Deutschland hingegen ist der Sinai ein eher seltenes Reiseziel, wie TUI und DER Touristik am Montag betonten. In Ägypten stünden vielmehr die Badeorte am Roten Meer wie etwa Hurghada im Mittelpunkt. (APA, 16.11.2015)

  • Leere Liegestühle in Sharm el-Sheikh.
    foto: epa / namir galal / almasry alyoum

    Leere Liegestühle in Sharm el-Sheikh.

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