Oliver Stribl wechselt vom PID zum Manstein Verlag

16. November 2015, 14:39
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Stadt Wien bekommt mit Paul Weis neuen Kommunikationschef – Pid-Budget von 52 Millionen Euro könnte um ein Drittel gekürzt werden

Wien – Nach der Präsentation der neuen rot-grünen Wiener Regierung gibt es beim strategisch wichtigen, weil millionenschweren Presse- und Informationsdienst (Pid) eine personelle Neuerung. Der bisherige Pid-Chef Oliver Stribl (41) wechselt mit 1. Jänner 2016 zum Manstein Verlag. Beim Zeitschriftenverlag, der etwa das Branchenmagazin Horizont veröffentlicht, wird Stribl gemeinsam mit Dagmar Lang neuer Geschäftsführer. Von seinem Wechsel in die Privatwirtschaft berichtete der STANDARD bereits. Stribls Lebensgefährtin Marlene Auer, hier im aktuellen STANDARD-Interview, ist seit November 2015 Horizont-Chefredakteurin.

Stribls Nachfolger als oberster Kommunikationschef der Stadt wird interimistisch sein bisheriger Stellvertreter Paul Weis (47). Allerdings wird Weis, der seit 2009 Sprecher von Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) ist, nicht mehr Herr über ein Pid-Budget in Höhe von rund 52 Millionen Euro sein. Denn der Werbeetat der Stadt soll um ein Drittel reduziert werden. Darauf verständigten sich Häupl und die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou.

Zwist um Einsparungssumme

Ob das gesamte Pid-Budget um ein Drittel reduziert wird, war am Montag aber noch unklar. Bei der SPÖ geht man davon aus, dass damit nur das Schalt-Budget für Inserate, Plakate und andere Werbeeinschaltungen gemeint ist. Eine konkrete Einsparungssumme konnte die rot-grüne Regierung noch nicht nennen. Der Pid, der eine eigene Magistratsabteilung (MA 53) ist, gibt auch Print- und Onlinemedien der Stadt heraus. 2003 betrug das Pid-Budget 27,5 Millionen Euro, 2014 waren es bereits 51,7 Millionen Euro.

Dass die Kürzung des Werbeetats nicht im Koalitionspapier verankert wurde, erklärte Politikberater Thomas Hofer im STANDARD-Chat damit, dass "den Handlungsspielraum in werbetechnischer Hinsicht zu sehr einzuengen" mit der SPÖ wohl nicht machbar gewesen sei. Es blieben "noch immer kreative Möglichkeiten, wie man speziell geneigte Medien bedient", so Hofer.

Auch Wickel zum Lobautunnel

Erste Wickel werde es auch wegen der zweideutig formulierten Vereinbarung zum Lobautunnel geben. Das sei "kein guter Start", so Hofer. Er sei auch "gespannt", ob Tempo 30 in der Nacht am Gürtel eingeführt wird: "Das hat für die SPÖ Sprengkraft wie andere grüne Projekte in den vergangenen fünf Jahren." Dass im neuen Team nur alte Köpfe sitzen, ist für Hofer "kein gutes Signal". Es entstehe der Eindruck, dass sich nichts geändert habe. Häupl habe es "tunlichst vermieden", jemanden so aufzuwerten, dass Rückschlüsse auf seine Nachfolge gezogen werden könnten.

Angelobung am 24. November

Offiziell nimmt Rot-Grün II am 24. November die Arbeit auf, dann konstituiert sich der Gemeinderat. Die Budgetdebatte sowie der Beschluss des Voranschlags finden am 10. und 11. Dezember statt.

Heute, Dienstag, wird bei der internen Klubvollversammlung der Wiener ÖVP über eine Personalie entschieden: Dem Vernehmen nach könnte der zurückgetretene Landesparteichef Manfred Juraczka dem bisherigen Klubchef Fritz Aichinger folgen. (cmi, krud, 17.11.2015)

  • Oliver Stribl wechselt als Geschäftsführer zum Manstein Verlag.
    foto: standard / corn

    Oliver Stribl wechselt als Geschäftsführer zum Manstein Verlag.

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