Burgtheater-Affäre: Stantejsky veruntreute private Gelder

16. November 2015, 10:23
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Die ehemalige kaufmännische Leiterin legte ein Geständnis vor der Korruptionsstaatsanwaltschaft ab

Wien – Mit einem Bericht des Nachrichtenmagazins Profil, dem neue Vernehmungsprotokolle mit Silvia Stantejsky, der ehemaligen kaufmännischen Direktorin des Burgtheaters, vorliegen, öffnet sich in der "Causa Burgtheater" der Vorhang zu einem neuen Akt.

Mit der Suspendierung Stantejskys (60) hatte die Burgtheater-Affäre Ende 2013 insofern ihren Anfang genommen, als im Zug einer Gebarungsprüfung Ungereimtheiten aufgetreten waren. Kurz, es fehlte Geld, viel Geld. Wie das geschehen konnte und wer von der Finanzgebarung im Haus und dem Kontrollversagen auf allen Ebenen wusste, darüber wird bis heute ermittelt – und prozessiert.

Druck und Suizidgedanken

In einem am 8. Oktober bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft abgelegten Geständnis revidierte Stantejsky ihre bisherigen Aussagen nun dahingehend, dass "der Vorwurf der Veruntreuung der Gelder von Matthias Hartmann und David Bösch, welche diese mir privat zur Verwahrung gegeben haben" richtig sei. So habe sie von den 163.000 Euro, die ihr Matthias Hartmann übergeben habe, 70.000 Euro zurückzahlen können. Offen seien auch noch die 185.000 Euro von Regisseur Bösch.

Sie habe das Geld, so Stantejsky, sowohl für Einzahlungen auf die Konten des Burgtheaters sowie für private Ausgaben verwendet. Die ehemalige Finanzchefin, die bei der Einvernahme erzählte, sie habe über die Jahre rund 146.000 Euro an privaten Mitteln in das Theater gesteckt, dürfte somit die geschäftlichen und privaten Löcher dort gestopft haben, wo sie gerade auftraten, sei es mit öffentlichen, privaten oder ihr anvertrauten Geldern.

Ihre Handlungen erklärte Stantejsky mit enormen Druck, der sie in eine Erschöpfungsdepression und bis hin zu Suizidgedanken geführt habe. Ihr Plan sei gewesen, alles in Ordnung zu bringen, ihre Entlassung und die Krankheit hätten das verhindert. (steg)

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