Manipulationsskandal: VW legt heute Lösung für betroffene Autos vor

16. November 2015, 11:55
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Eine Untersuchungskommission ist am Montag zu einer Probefahrt in Wolfsburg

Wolfsburg – Volkswagen will in der Abgasaffäre am Montag eine technische Lösung für einen Teil der betroffenen Wagen vorstellen. Eine Gruppe von Wissenschaftern und Experten aus dem deutschen Verkehrsministerium und vom Kraftfahrt-Bundesamt reise nach Wolfsburg und werde ein Testfahrzeug mit einem 1,6-Liter-Motor Probe fahren, berichtete der Rechercheverbund von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR. Volkswagen kündigte zudem Informationen für Kunden von Autos mit falschen CO2-Angaben an.

VW hatte im September zugegeben, dass in elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Software eingesetzt wurde, die den Ausstoß von Stickoxiden im Testbetrieb als zu niedrig auswies. In Österreich sind 363.400 Fahrzeuge, in Deutschland 2,4 Millionen betroffen, die meisten mit 2,0-Liter-Motor, dann folgen Fahrzeuge mit 1,6-Liter-Motor. Beim kleinsten Modell mit 1,2 Litern sind nur einige hunderttausend Autos betroffen.

VW: Umrüstungsaufwand "überschaubar"

Die vom deutschen Verkehrsminister Alexander Dobrindt eingesetzte Untersuchungskommission soll sich bei Probefahrten mit einem Testauto davon überzeugen, dass die Grenzwerte für Stickoxide nunmehr eingehalten werden, ohne dass das Auswirkungen auf das Fahrverhalten hat, berichtete der Rechercheverbund am Wochenende. Beim 1,6-Liter-Motor sind laut dem Bericht nach Konzernangaben sowohl Änderungen an der Software als auch am Motor vorgesehen. Die Eingriffe am Motor sollen allerdings klein ausfallen.

Volkswagen sei zuversichtlich, dass die Regierungskommission die Lösung akzeptieren werde, hieß es in dem Bericht. Die Umrüstung der Fahrzeuge mit den 1,6-Liter-Motoren sei technisch, handwerklich und finanziell überschaubar. Gleiches gelte für den Werkstattbesuch. Die dafür nötige Zeit sei ebenfalls überschaubar.

Falsche CO2-Angaben: Information diese Woche

Anfang November hatte VW zudem eingestanden, dass bei vermutlich 800.000 Autos der tatsächliche CO2-Ausstoß höher ist als angegeben. Betroffen sind demnach vor allem Neuwagen aus dem Modelljahr 2016. Es handle sich um 430.000 von insgesamt rund 800.000 Fahrzeugen, teilte Volkswagen am Freitagabend mit.

Im Laufe der Woche sollen die betroffenen Kunden informiert werden, erklärte Volkswagen. Sie könnten dann ihre Fahrzeug-Identifikationsnummer eingeben und sehen, ob VW für ihr Auto falsche Angaben zum CO2-Ausstoß gemacht hat. Steuermehrbelastungen der Halter sollen direkt Volkswagen in Rechnung gestellt werden und nicht den Kunden, bekräftigte das Unternehmen. Die Sicherheit sei aber in keinem Fall betroffen, daher seien auch keine technischen Maßnahmen erforderlich. Inwieweit Modelle der Vorjahre betroffen seien, werde noch untersucht. Volkswagen gehe aber weiterhin von rund 800.000 Fahrzeugen aus.

Betriebsratschef: Haben immer Änderungen gefordert

Betriebsratschef Bernd Osterloh wandte sich in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" vom Samstag gegen den Vorwurf, bei VW herrsche ein Klima der Angst, was zu dem Abgasskandal geführt habe. "Hier muss niemand Angst haben, mit seinem Vorgesetzten zu diskutieren", sagte Osterloh. Die Manipulationen bei den Abgaswerten seien "das Werk einer Gruppe von Personen", das habe "nicht generell" etwas mit dem Klima im Unternehmen zu tun. Eine Mitverantwortung an der Affäre wies der langjährige Betriebsratschef zurück: "Wir als Betriebsrat haben immer laut Kritik geübt und Veränderungen eingefordert." (APA, 15.11.2015)

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