SteamOS vs. Windows 10: PC-Spiele deutlich flotter auf Microsofts Betriebssystem

16. November 2015, 10:21
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Benchmarks zeigen noch deutliche Performance-Mängel bei SteamOS-Versionen

Mit SteamOS will Hersteller Valve basierend auf dem Open-Source-Betriebssystem Linux eine alternative zu Microsofts Windows stellen. Einerseits sei es laut dem Steam-Betreiber eine Möglichkeit, um aus dem Windows-Ökosystem auszubrechen und andererseits versprach das Unternehmen mit einem schlankeren und sparsameren Betriebssystem als Windows auch die Kapazitäten der PC-Hardware effizienter nutzen zu können. Seit Anfang November sind nun die ersten Fertig-PCs mit vorinstalliertem SteamOS, so genannte Steam Machines, erhältlich. Doch wie die Branchenseite Ars Technica meldet, hinkt die neue Plattform dem aktuellen Windows 10 nicht nur bei der Auswahl der unterstützten Games sondern auch bei der Performance noch weit hinterher.

Weit abgeschlagen

Dies ergibt sich aus Benchmarks zu aktuell für Windows 10 und SteamOS erhältlichen Spielen. Beim Open-World-Epos "Middle-Earth: Shadow of Mordor" etwa falle der Unterschied besonders stark aus. Hier holt Windows 10 bei gleicher Hardware und niedrigen Grafikeinstellungen bis zu 30fps mehr heraus als SteamOS. Bei maximalen Details schrumpft der Vorsprung zwar, allerdings ist "Shadow of Mordor" hier mit mehr als 30fps unter Windows 10 noch gut spielbar, während unter SteamOS im Schnitt nicht einmal mehr 15fps erreicht werden.

Ars Technica betont, dass die gewählte Schnittmenge zu klein ist, um pauschale Aussagen treffen zu können, doch es sei bezeichnend für die derzeitige Situation, dass selbst Valves eigene Games nicht besser unter SteamOS laufen. Bei maximalen Grafik-Settings und einer Auflösung von 2560x1600 liegt Windows 10 beim Shooter "Team Fortress 2" mehr als 25fps voran, bei "Dota 2" sind es immerhin 10fps. Einzig "Left4Dead 2" liegen die Systeme etwa fast gleich auf. In keinem der Benchmarks konnte sich allerdings SteamOS durchsetzen.

Fehlende Optimierung?

Für die teils drastischen Unterschiede gibt es gewiss mehrere mögliche Gründe. Vorrangiges Problem dürfte sein, dass Hersteller noch nicht vertraut genug sind mit SteamOS oder nicht mehr Ressourcen in die Optimierung der Spiele investieren. Gleichzeitig ist Windows eine ausgiebig erprobte Plattform für Spielhersteller. Bessere Grafikschnittstellen wie das kommende OpenGL Vulkan könnten künftig helfen, mehr Leistung aus Linux-Systemen wie SteamOS zu holen.

"Aktuell aber sieht es so aus, als würde man bei grafisch intensiven 3D-Games einen signifikanten Teil an Leistung opfern, wenn man sich für SteamOS statt Windows entscheidet", schließt Ars Technica. "Und das angesichts der Tatsache das es für Windows derzeit tausende Spiele gibt, die nicht unter SteamOS zu haben sind – inklusive aktuellen Blockbustern." Die Frage ist letztendlich auch, ob Hersteller jemals mehr Ressourcen in die Optimierung von SteamOS stecken werden, solange Windows von 90 Prozent oder mehr PC-Spielern eingesetzt wird. (zw, 16.11.2015)

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    foto: team fortress 2

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