Witali Klitschko als Bürgermeister von Kiew wiedergewählt

15. November 2015, 21:05
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Offenbar klarer Sieg mit über 70 Prozent

Kiew – Der frühere Boxweltmeister Witali Klitschko (44) hat die Bürgermeisterwahl der ukrainischen Hauptstadt Kiew Prognosen zufolge klar gewonnen. Auf den Amtsinhaber entfielen zwischen 65 und 72 Prozent, berichteten Medien am Sonntagabend unter Berufung auf mehrere Nachwahlbefragungen. Klitschko wäre damit für fünf Jahre auf den einflussreichen Posten gewählt.

Wahlen in 28 weiteren Großstädten

Der Chef der Regierungspartei Solidarnist (Solidarität) war 2014 über eine vorgezogene Wahl für zunächst eineinhalb Jahre ins Amt gelangt. Auf Klitschkos Gegner, den nationalistischen Abgeordneten Borislaw Berjosa, entfielen in der Stichwahl demnach zwischen 28 und 35 Prozent.

Außer in Kiew wurden am Sonntag in 28 weiteren Großstädten neue Bürgermeister gewählt. In der westukrainischen Metropole Lwiw (Lemberg) setzte sich ersten Prognosen zufolge Amtsinhaber Andrej Sadowy mit rund 61 Prozent gegen Herausforderer Ruslan Koschulinski von der ultranationalistischen Partei Swoboda (Freiheit) durch.

In der strategisch wichtigen Industriestadt Dnipropetrowsk sahen zwei von drei Nachwahlbefragungen Boris Filatow, einen Vertrauten des Milliardärs Ihor Kolomojski, zunächst mit 55 und 62 Prozent vorne.

Ergebnisse am Montag

Aussagekräftige Ergebnisse werden für diesen Montag erwartet. Die Wahl galt auch als wichtiger Stimmungsmesser für die prowestliche Regierung des Landes. Die Ukraine wird vom Kampf gegen prorussische Separatisten im Osten und einer Finanzkrise erschüttert. Die abtrünnigen Gebiete im Donbass nahmen am Urnengang nicht teil.

Wahlleiter Michail Ochendowski hatte am Nachmittag erklärt, er rechnete landesweit mit einer Beteiligung von nur etwa 30 Prozent der Berechtigten. Präsident Petro Poroschenko warb bei seiner Stimmabgabe in Kiew für eine Teilnahme an der Wahl.

Für Aufregung sorgte eine Aktivistin der Organisation Femen, die mit blankem Oberkörper gegen Prostitution protestierte. Sie wurde nach kurzer Zeit weggeführt. Klitschko zeigte sich gelassen. "Warum nicht, wenn sie sich präsentieren will", sagte der amtierende Bürgermeister. Klitschko hatte im ersten Wahlgang vor drei Wochen etwa 41 Prozent der Stimmen erhalten, sein Kontrahent Berjosa rund neun Prozent.

Die Führung der Europäischen Union verknüpft ein Ende der Sanktionen gegen Russland weiter mit einer vollständigen Umsetzung des Minsker Friedensplans für die Ostukraine. Das erklärten EU-Ratspräsident Donald Tusk und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker am Sonntag am Rande des G-20-Gipfeltreffens in Belek nahe Antalya in der Türkei. (APA, 15.11.2015)

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