Dialog-Chef will US-Firma Atmel weiterhin unbedingt kaufen

15. November 2015, 12:49
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Aktivistischer US-Investor Elliott gegen Pläne des Halbleiterherstellers

Der Chef des Halbleiterhersteller und Smartphone-Zulieferer Dialog Semiconductor hat seine Pläne zum Kauf des US-Konkurrenten Atmel verteidigt. "Wenn wir uns wie bisher auf Smartphones und Tablets beschränken, werden wir in zwei bis drei Jahren unseren Ansprüchen nicht mehr gerecht, eine Wachstumsfirma zu sein", sagte Jalal Bagherli dem Wirtschaftsmagazin "Euro am Sonntag".

"Deshalb ist ein großer Schritt nötig." Dialog will Atmel für 4,6 Mrd. Dollar (4,3 Mrd. Euro) kaufen, was einige Aktionäre als zu teuer kritisieren. Einen Tag nachdem Dialog die Kaufpläne im September verkündet hatte, waren die Aktien der Firma um ein Viertel eingebrochen.

Synergie-Effekte

Bagherli sagte, es gebe eine Reihe weiterer Vorteile durch den Zusammenschluss. Die Bruttomarge der neuen Firma werde sich der "50-Prozent-Schwelle" nähern, Dialogs Bruttomarge bewege sich derzeit bei etwa 47 Prozent. Des weiteren hätte die neue Firma eine Produktpalette mit einem besseren Risikoprofil. "Mit Atmel sinkt der Umsatzanteil unserer fünf größten Kunden auf 45 Prozent." Derzeit belaufe er sich auf 85 Prozent.

Gegen Bagherlis Pläne stemmt sich unter anderem der aktivistische US-Investor Elliott. Der Fonds teilte am Freitag mit, er habe seine Beteiligung an Dialog auf 5,0 Prozent aufgestockt. Am Mittwoch hatte er noch einen Anteil von 3,6 Prozent gemeldet. Elliott will auf der Hauptversammlung am nächsten Donnerstag in London gegen die Pläne stimmen. Der einflussreiche Aktionärsberater ISS aus den USA hatte sich ebenfalls gegen die Pläne von Dialog ausgesprochen, weil die Übernahme zu teuer sei. Dem Votum von ISS folgen viele Fonds und andere institutionelle Investoren vor allem aus den USA. (APA, 15.11.2015)

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