Helga Krismer neue grüne Landessprecherin in Niederösterreich

15. November 2015, 12:20
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83,57 Prozent Zustimmung für Klubobfrau und Badener Vizebürgermeisterin

Traiskirchen – Führungswechsel bei den niederösterreichischen Grünen: Beim Landeskongress am Sonntag in Traiskirchen wurde Helga Krismer mit 83,57 Prozent zur Landessprecherin gewählt. Die 43-Jährige erhielt die Zustimmung von 117 der 140 Delegierten.

Madeleine Petrovic, seit 2002 an der Spitze der Landespartei, hatte bereits vor zwei Jahren den Platz als Klubobfrau im niederösterreichischen Landtag für Krismer freigemacht und im Sommer angekündigt, nicht mehr anzutreten. Sie wurde mit Standing Ovations verabschiedet, bleibt aber weiterhin im Landtag und kündigte an, auch künftig mit vollem Elan für ihre Anliegen – Menschen in Not, Natur und Tierschutz – einzutreten.

Hikmet Arslan, seit 2013 Landesgeschäftsführer, wurde – an seinem 31. Geburtstag – mit 86,81 Prozent in dieser Funktion bestätigt. Er verwies auf die zunehmende Verankerung der Grünen in den Gemeinderäten des Bundeslandes. Es gelte, diesen Erfolg in die nächsten Wahlen mitzunehmen, spielte er auf die Landtagswahl 2018 an.

Stärkste Waffen gegen Wahnsinn

In ihrer Rede vor dem Votum war Krismer, seit zwei Jahren Klubobfrau im Niederösterreich Landtag und auch Vizebürgermeisterin in Baden, auf die Haltung der Grünen in Bezug auf Europa in Zeiten der Flüchtlingsströme und auch des Terrors in Paris eingegangen. "Menschlichkeit, Herzlichkeit und Weltoffenheit sind die stärksten Waffen, die wir dem Wahnsinn entgegensetzen können", betonte sie. "Wir umarmen und wärmen statt verletzen und hetzen", und "wir packen an", verwies sie u.a. auf Unterstützung bei Kleidersammlungen und Quartiersuche, während ÖVP und SPÖ von einer Wertedebatte zur anderen hetzen würden. Der "Geburtsort" des Zauns sei St. Pölten, kritisierte Krismer, dass alles, was Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sage und tue, in St. Pölten entschieden würde.

"Uns macht stark, dass wir an dieses Europa glauben. Menschen, die um ihr Leben rennen, die keine Perspektiven haben, die werden nicht aufgehalten", sagte Krismer. Europa sei heute direkt vor der Haustüre. Die Flüchtlinge seien die Projektionsfläche für die Sorgen der Menschen angesichts schlechter Wirtschaftsprognosen, es gelte, zukunftsorientierte Politik zu machen, die den Menschen Zuversicht gebe.

Der Landeskongress, der unter dem Motto "Menschlichkeit zuerst" symbolhaft in Traiskirchen, Standort des Flüchtlings-Erstaufnahmezentrums des Bundes, abgehalten wurde, hatte mit einer Schweigeminute für die Opfer des Terrors in Paris begonnen. In einem Resolutionsantrag "für ein Europa ohne Zäune und Grenzen" wurde "globale Solidarität statt Festung Europa" eingefordert. (APA, 15.11.2015)

  • "Menschlichkeit, Herzlichkeit und Weltoffenheit sind die stärksten Waffen, die wir dem Wahnsinn entgegensetzen können", sagte Krismer.
    foto: apa/oczeret

    "Menschlichkeit, Herzlichkeit und Weltoffenheit sind die stärksten Waffen, die wir dem Wahnsinn entgegensetzen können", sagte Krismer.

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