Kein Zweifel an EM in Frankreich

14. November 2015, 14:12
10 Postings

Aber: "Wir hatten Sorge wegen der EM, jetzt ist die Sorge noch größer", sagt Frankreichs Fußball-Verbands-Präsident

Paris – Nach den Terroranschlägen von Paris ist jede Vorfreude auf die Europameisterschaft in sieben Monaten in Frankreich dahin. Anzeichen von Zweifeln an einem derzeit nicht vorstellbaren friedlichen Fußball-Fest gab es von den Organisatoren der UEFA am Samstag aber trotz der gezielten Attacken mit Toten im unmittelbaren Umfeld des wichtigsten Turnierstadions in Saint-Denis (noch) nicht.

Dem EM-Gastgeber wurde vom Kontinentalverband jede Hilfe zugesagt. "Die UEFA ist tief geschockt und traurig über die tragischen Ereignisse und möchte Frankreich und denjenigen, die von diesen schrecklichen Akten betroffen sind, ihre Unterstützung und Solidarität ausdrücken", teilte der Verband am Samstagvormittag in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Für alle anstehenden Länderspiele – darunter auch jenes der EM-Teilnehmer Österreich und Schweiz am Dienstag in Wien – wurde eine Schweigeminute und Trauerflor für alle Spieler angeordnet.

Für die französischen EM-Macher und die UEFA ist die Anschlagsserie vom Freitagabend an der Seine mit deutlich mehr als 100 Toten nur vier Wochen vor dem Groß-Event der EM-Gruppenauslosung ein wahr gewordener Alptraum. "Es wurden viele Vorsichtsmaßnahmen getroffen, aber wir müssen sehen, dass Terroristen jederzeit zuschlagen können. Wir hatten Sorge wegen der EM, jetzt ist die Sorge noch größer", sagte der Präsident des französischen Verbandes, Noel Le Graet, laut Medienberichten mit Blick auf das Turnier vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 in neun französischen Städten von Lille bis Toulouse.

Der Schlüssel für den Erfolg

Bereits vor einigen Wochen hatte der Chef des Organisationskomitees, Jacques Lambert, betont: "Von Beginn an wussten wir, dass die Sicherheitsfrage der Schlüssel für ein erfolgreiches Turnier sein wird." Angesichts der Anschläge auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" im Jänner dieses Jahres hatte Lambert angemerkt, Terrorismus sei kein theoretisches Risiko mehr, sondern ein mögliches.

Schon in ihrer EM-Bewerbung hatten die Franzosen die Sicherheitslage als eines von zwölf Risiken benannt. Nun ist tatsächlich das Stade de France als Eröffnungs- und Endspielarena zum Ziel einer Attacke geworden. Näher kam der Terrorismus dem Fußball bisher nicht. (APA, 14.11.2015)

Share if you care.