Blutige Anschlagsserie in Paris

14. November 2015, 03:07
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Bei mehrere Angriffen sind am Freitagabend nach ersten Polizeiangaben mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen. In der Nähe eines Fußballspiels Frankreichs gegen Deutschland kam es zu Explosionen.

An mehreren Orten ist es am Freitagabend in Paris zu Anschlägen gekommen, dazu gab es Sprengstoffexplosionen und offenbar eine Geiselnahme. Die Polizeipräfektur sprach von 35 Toten; eine Presseagentur nannte gar die Zahl von sechzig Opfern.

Dramatisch war die Lage im Stade de France, das in dem Banlieue-Departement Saint-Denis liegt und wo die Nationalmannschaften von Frankreich und Deutschland zu einem Freundschaftsspiel antraten. Zehntausende Zuschauer verließen noch während des Spiels das Stadion, als sie über ihre Handys von den Explosionen in unmittelbarer Nähe erfuhren. Auf dem Vorplatz angekommen, wurden sie aber von den Ordnungskräften wieder ins Innere geleitet, wo sie vorerst auf neue Anweisungen warteten. Panik brach nicht aus. Präsident François Hollande wurde von Sicherheitskräften aus dem Stadion gebracht. Vom Innenministerium aus überwachte er den Großeinsatz der Polizei, der Feuerwehr und der Notfalldienste. Um Mitternacht wollte die Regierung zu einer ersten Krisensitzung zusammenkommen.

Im 10. Stadtbezirk von Paris in der Nähe der Place de la République kam es zu einer Schießerei vor einem Restaurant. Dabei gab es zahlreiche Tote, die nach Augenzeugen auf den Straßen lagen, während sich Anwohner in Panik in Deckung zu bringen versuchten. Die Polizei sperrte das Gebiet ab. "Es ist die Hölle", meinte ein weinender Augenzeuge gegenüber der Radio-Sender France-Info.

Im Konzertsaal Bataclan sollen sich Täter verschanzt haben und Geiseln genommen haben. Ein Augenzeuge erzählte gegenüber Medien: "Wir sahen zwei Männer ins Bataclan eindringen. Sie waren bewaffnet, sonst normal gekleidet. Sie schossen draußen und im Innern um sich." In dem Konzertsaal sollen sich hundert Leute befunden haben.

Dem Radiosender France-Info zufolge sollen sie "Allahu akbar" (Gott ist groß) gerufen haben. In der Nähe der Place de la République und des Bataclan-Lokals war es vor knapp zehn Monaten, am 7. Januar, zu den Anschlägen auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo gekommen. In der nahen Rue de Charonne im 11. Bezirk (Bastille-Viertel) soll ein Schütze aus einem Auto mehrere Gewehrsalven auf die Terrasse des Restaurants "La Belle Equipe" abgegeben haben. Die Gäste versuchten hinter den Tischchen in Deckung zu gehen. (Stefan Brändle aus Paris, 13.11.2015)

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