Bulgariens Nationalist Siderow vor Verhaftung

13. November 2015, 20:14
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Verhör am Dienstag wegen Verdachts auf Hooliganismus

Sofia – Der Nationalist und Parteivorsitzende der rechtsextremen "Ataka", Wolen Siderow, wird angeblich samt seiner "rechten Hand", Dessisslaw Tschujolow, festgenommen, berichten Medien am Freitag im Bulgarien. Die Staatsanwaltschaft habe beide am Dienstag zum Verhör vorgeladen und einen Arrest von mindestens 72 Stunden verlangt.

Grund sind das gewaltsame Vorgehen der beiden Abgeordneter vor den Lokalwahlen Ende Oktober, als sie ein Alkoholgeschäft in Sofia und die Theaterakademie angriffen, um angeblich versteckte Drogen und Drogendealer zu suchen.

Rauschmittel

Wolen Siderow erklärte vor Journalisten am Freitag, dass er am Dienstag "ohne Gepäck" zum Verhör gehen werde und zeigte angebliche Reue über den Vorschlag, sich bei den Studenten der Theaterakademie zu entschuldigen. Er beharrte darauf, dass dort Rauschmittel konsumiert werden.

Siderow äußerte sich in einem Gerichtssaal, wo er sich für einen ähnlichen Angriff verantworten muss. Im Vorjahr attackierte er während eines Inlandsfluges zwischen Sofia und Warna an der Schwarzmeerküste zuerst Passagiere, die ihn wegen seiner Wutausbrüche kritisiert hatten und nach der Landung schlug er sogar einen Polizeibeamten. Noch im Jahr 2010 und wieder während eines Fluges mit der deutschen Lufthansa von Sofia nach Frankfurt am Main beschimpfte der Rechtsextremist die Flugmannschaft angeblich in sichtbar betrunkenem Zustand und bezeichnete die Flugbegleiter als "Nazis". Auch damals hatte er nach der Landung eine deutsche Polizistin angegriffen.

Bisher hatte Siderow die Immunität gegen rechtliche Strafverfolgung immer wieder gerettet. Vergangene Woche stimmte aber das bulgarische Parlament dafür, dass Siderow und Tschukolow dieser rechtliche Schutz entzogen wird und gab so den Weg frei nicht nur für ein Strafverfahren, sondern auch für eine Festnahme. Den beiden wird Selbstjustiz, Verdacht auf Hooliganismus und leichte Körperverletzung eines Polizeibeamten vorgeworfen. (APA, 13.11.2015)

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