Acht Tote bei Hubschrauberabsturz in der Slowakei

15. November 2015, 13:33
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Flüchtlingstransport vermutet – Auch Zigarettenschmuggel nicht ausgeschlossen

Bratislava – Bei ihrem Versuch, mit einem Hubschrauber in die EU zu gelangen, sind jüngsten Angaben zufolge diese Woche sieben illegale Einwanderer und der ukrainische Pilot im Osten der Slowakei ums Leben gekommen. Bei den Flüchtlingen habe es sich um fünf Männer und zwei Frauen aus Afghanistan gehandelt, sagte ein Sprecher des slowakischen Innenministeriums am Samstag in Bratislava.

Innenminister Robert Kalinak hatte zuvor mitgeteilt, der Hubschrauber des Typs Mi-2 sei schon am Mittwoch beim illegalen Überfliegen der Grenze beobachtet worden. Um nicht von den slowakischen Grenzschützern entdeckt zu werden, sei er wohl trotz schlechter Sicht in der Nacht bei Nebel sehr niedrig geflogen und habe dabei zu riskante Manöver absolviert. "Wie man sieht, schrecken Schmuggler oder Schlepper vor nichts zurück", sagte Kalinak.

Das Wrack mit sechs Leichen wurde am Freitag gefunden. Zwei weitere Leichen entdeckten Taucher der Feuerwehr erst später in einem Flussbett, wie der Nachrichtensender TA3 am Sonntag berichtete. Die Identifizierung der Toten gestalte sich schwierig, da sie beim Absturz stark entstellt worden seien. Aus Dokumenten, die an der Absturzstelle gefunden wurden, schließen die Behörden, dass es sich bei den Absturzopfern um einen ukrainischen Piloten sowie fünf Männer und zwei Frauen aus Afghanistan handelt.

Ursprünglich hatte die slowakische Polizei auch nicht ausgeschlossen, dass der Hubschrauber im Auftrag von Zigarettenschmugglern unterwegs war. Seit Jahren beobachtet man im ukrainisch-slowakischen Grenzgebiet Schmugglerbanden, die auf teils abenteuerliche Weise große Mengen Zigaretten in die EU bringen. Erst im September kam ein Mann bei der missglückten Notlandung eines Kleinflugzeugs ums Leben. Auch mehrere Tunnel unter der Grenze wurden bereits entdeckt. Ein Migrantenschmuggel auf dem Luftweg in die Slowakei war zuvor noch nicht beobachtet worden. (APA, 13.11.2015)

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