Gesamte Wissenschafts-Publikation soll bis 2025 frei zugänglich sein

13. November 2015, 12:23
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Empfiehlt Arbeitsgruppe des "Open Access Network Austria"

Bis 2025 sollte die gesamte wissenschaftliche Publikationstätigkeit in Österreich auf "Open Access" umgestellt, die Publikationen also frei zugänglich sein. Diese Empfehlung hat eine Arbeitsgruppe des Open Access Network Austria (OANA) ausgesprochen, dem u.a. alle Unis, zahlreiche Forschungseinrichtungen, Förderorganisationen und das Wissenschaftsministerium angehören.

Die Umstellung auf "Open Access" bedeute, "dass alle wissenschaftlichen Publikationen, die aus Unterstützung mit öffentlichen Mitteln hervorgegangen sind, ohne Zeitverzögerung und in der finalen Version im Internet frei zugänglich sind", heißt es in der Empfehlung. Die dafür notwendigen Mittel sollen den Autoren der Publikationen zur Verfügung gestellt oder die Kosten der Publikationsorgane direkt von den Wissenschaftsorganisationen getragen werden.

"Open Access"-Bewegung

Hintergrund der Empfehlung ist, dass seit Jahrzehnten im Wissenschaftsbetrieb die Veröffentlichung von Ergebnissen in kostenpflichtigen Fachjournalen dominiert. Der Forschungs- und Bibliotheksbetrieb ist dabei zunehmend mit dem Problem konfrontiert, dass vor allem große Verlage den Zugang zu wichtigen wissenschaftlichen Publikationen und übergeordneten Datenbanken stark verteuerten. Aus diesem Grund gewinnt die "Open Access"-Bewegung zunehmend an Bedeutung. Sie vertritt die Meinung, dass die Öffentlichkeit, die Forschung finanziert, auch freien Zugang zu deren Ergebnissen haben sollte.

"Wissenschaft ist ein öffentliches Gut, das erst durch Teilen und Weiterverwendung nutzbar wird", heißt es einleitend auch in der nun verabschiedeten Empfehlung. Wissenschaftliche Publikationen frei im Internet zur Verfügung zu stellen, habe nicht nur Vorteile für die Wissenschaft selbst, sondern für nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche.

Maßnahmen für die Umsetzung

Für den Weg zu einer grundlegenden Umstellung auf "Open Access" empfiehlt die Arbeitsgruppe mehrere Maßnahmen: So sollten alle öffentlich finanzierten Forschungs- und Förderorganisationen bis 2017 eine eigene "Open-Access-Policy" implementieren, die ab 2020 für alle Mitarbeiter verpflichtend sein sollte. Bis 2018 sollte von diesen Organisationen ein vollständiger und transparenter Überblick über die Kosten des jetzigen Publikationssystems geschaffen werden. Ab kommenden Jahr sollten weiters Lizenzverträge mit Verlagen so gestaltet werden, dass die Veröffentlichung von Autoren aus Österreich automatisch "Open Access" erscheinen.

Zudem empfiehlt die Arbeitsgruppe bis 2018 einen transparenten Publikationsfonds einzurichten, der die Autorengebühren für "Open Access" abdeckt. Von der Wissenschaftspolitik sollten bis 2020 finanzielle Anreize gesetzt werden, die den Aufbau von institutionsübergreifenden Publikationsstrukturen zur Herausgabe international hochqualitativer "Open-Access"-Medien in Österreich ermöglichen. (APA, 13.11. 2015)

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