Andrea Camilleri: Commissario als Gockel

19. November 2015, 10:12
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Der italienische Autor hat sich von einem wahren Kriminalfall inspirieren lassen

Einbrüche beunruhigen die bessere Gesellschaft von Vigata. Während man sich in den Sommerhäusern am Meer aufhält, werden die Schlüssel der Stadtwohnungen entwendet. Diese Vorgehensweise hat Andrea Camilleri, wie er im Nachwort schreibt, aus einem wahren Kriminalfall übernommen.

Commissario Montalbano stellt fest, dass die Bestohlenen miteinander bekannt sind. Es geht um Motiv und Täter, und es gibt auch Tote. Das wahre Thema aber ist die Dummheit der Männer und die Raffinesse der Frauen. Montalbano gerät an eine Verdächtige, sie ist schön und erinnert ihn – no na – an seine Jugend. Alsbald nur von seinem Kleinhirn gesteuert, schwant Montalbano zwar, dass etwas faul ist, aber die bezaubernde Angelica spielt gekonnt auf der Klaviatur eines Abendessens zu zweit.

Camilleris Burleske ist ein wenig boshaft; in seiner virtuosen Fingerübung macht er sich lustig über den zum Gockel mutierten Commissario, zeigt aber auch Verständnis für eine Frau, die versucht, sich durchzuwursteln. (Ingeborg Sperl, Album, 18.11.2015)

  • Andrea Camilleri, "Das Lächeln der Signorina". Deutsch: Rita Seuß, Walter Kögler. € 22,70 /  254 Seiten. Lübbe, München 2015
    cover: lübbe

    Andrea Camilleri, "Das Lächeln der Signorina". Deutsch: Rita Seuß, Walter Kögler. € 22,70 / 254 Seiten. Lübbe, München 2015

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