Simone Jäger: "Kritisieren liegt mir nicht"

17. November 2015, 15:48
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Simone Jäger, ehemals im La Veranda in Wien, lässt sich von Ehefrau Lena gerne überraschen. Plus Rezept: Asiatischer Kräutersalat

Woran es liegt, dass es mehr Spitzenköche als Spitzenköchinnen gibt, wird an dieser Stelle wohl nicht geklärt werden. Dass es aber in der Spitzengastronomie auch in Österreich weibliche Köche gibt, die exzellente Speisen kredenzen, beweist Simone Jäger, die bis zuletzt die Fäden in der Küche des La Veranda im Wiener Hotel Sans Souci gezogen und eine Haube erkocht hat.

Über zu wenig Erfahrung kann sich die Spitzenköchin nicht beschweren, war sie doch nach Stationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz am Aufbau des Restaurants in Hollmanns Hotel UTMT in Sri Lanka beteiligt. Immer an ihrer Seite Ehefrau Lena, die kurzerhand ihren Job auf Eis gelegt und sie begleitet hat. Dass sie ein perfektes Team sind – auch beruflich -, haben sie in Sri Lanka unter Beweis gestellt. "Ich sollte eigentlich für drei Monate hin, um den Köchen ein paar Kniffe zu zeigen. Dass Lena mitgekommen ist, war natürlich toll. Wir haben zusammen Lieferanten gesucht, Köche interviewt und ein Team zusammengestellt", erzählt Jäger.

In ihrer Küche funktionieren die beiden ebenfalls perfekt als Couple. Auch wenn man nicht gleich auf den ersten Blick erkennt, wer von den beiden die Spitzenköchin ist. Ehefrau Lena werkt in der Küche, als hätte sie nie etwas anderes gemacht als gekocht. Dabei ist sie studierte Musikwissenschafterin und Lehrerin.

foto: christian benesch
Simone Jäger und ihre Frau Lena teilen die Leidenschaft für die asiatische Küche. Die Aufgaben beim Kochen sind klar verteilt.

Kochen wie die Profis

Dass das Kochen in dieser Küche Spaß macht, liegt wohl auch an der Profi-Ausstattung. In der einen Ecke ein Thermomix, den sie liebevoll Thermi nennen, in der anderen die stylische Küchenmaschine, und mitten im Raum thront ein riesiger Kühlschrank mit Doppelflügeltür. Den brauchen die beiden auch, haben sie doch gerade wieder frische Laksa, eine asiatische Suppe, gekocht und eingefroren.

"Wir lieben die asiatische Küche. Gerade haben wir auch Kimchi angesetzt. Der braucht aber wohl noch ein bisschen", sagt Lena. Während Hund Nala unbeeindruckt von dem Treiben in der Küche ist, liebt Jäger es, ihrer Frau beim Kochen zuzusehen. "Ich lasse mich gern überraschen und denke oft, mach doch einfach. Lena ist schon sehr gut beim Kochen. Kritisieren liegt mir nicht. Vielmehr gebe ich ihr Tipps, was die Technik betrifft", sagt die Expertin, während ihre Frau das Gemüse für den asiatischen Kräutersalat in kleine appetitliche Streifen schneidet.

Ein gut eingespieltes Team

Von Convenience-Produkten halten beide wenig. Lieber verwenden sie Dinge, die der Markt oder der Feinkostladen um die Ecke hergibt. Gerade haben sie mehrere Hundert Kilogramm Quitten geschenkt bekommen, die sie zu allem Möglichen verarbeiten. Das Ehepaar wirkt wie eine Einheit in der Küche. Ein eingespieltes Team.

Und dabei war es Zufall, dass sie zueinandergefunden haben. "Ich habe Lena gesehen und wusste sofort, die Frau muss ich kennenlernen. Ein halbes Jahr habe ich ohne Erfolg versucht, sie zu finden. Als eine Freundin von mir Lena wiedergesehen hat, hat sie ihr meine Nummer gegeben. Das erste Treffen war lustig. Ich wusste ja, wie sie aussieht. Sie hatte hingegen keine Ahnung, wer ich bin", sagt Jäger. Seit fünf Jahren sind die beiden nun ein Paar und seit zwei Jahren auch verheiratet. Dass Simone im Moment nicht im Restaurant kocht und sich neuen Projekten widmet, findet ihre Frau gut. Was die beruflichen Zukunftspläne betrifft, wollen sich die beiden alles offenhalten. Die Idee vom eigenen Restaurant gibt es natürlich. Bis sie ihren gemeinsamen Traum verwirklichen, machen sie Caterings, kochen für Freunde und natürlich für sich selbst. (Alex Stranig, Rondo Feinkost, 18.11.2015)

foto: christian benesch
Asiatischer Kräutersalat

Rezept: Asiatischer Kräutersalat

Zutaten:
500 g Stangenkürbis
1 EL Erdnussöl
150 g getrocknete asiatische Nudeln (Soba oder Udon)
5–8 Radieschen
50 g Zuckerschoten
2 Minisalatgurken
Frischer Chili (nach Belieben)
Limettenschale
Radieschen-Sprossen
Afila-Kresse
Koriandergrün
1 TL Sesamöl
Sesamsamen

Dressing:
150 ml Reisessig
30 g Zucker
30 g Ingwer (nach Geschmack)
3 Kaffirlimettenblätter
Roter Thaichili (fein geschnitten)

Zubereitung:

Zutaten für das Dressing in einen kleinen Kochtopf geben und unter gelegentlichem Rühren leicht köcheln lassen bis sich der Zucker aufgelöst hat, beiseite stellen.

Kürbis in Stäbchen schneiden und portionsweise in der Pfanne unter starker Hitze im Erdnussöl anrösten, so dass deutlich Grillspuren zu sehen sind. Kürbis in eine Schüssel geben und sofort mit dem Dressing marinieren.
Die Nudeln kochen und ebenfalls zum Kürbis geben und das Sesamöl hinzufügen, vorsichtig durchmischen und abkühlen lassen.

Alle Zutaten in feine Streifen schneiden und zum abgekühlten Salat hinzu geben und wieder vorsichtig durchmischen, ein wenig von jedem Gemüse zurück behalten.

Salat auf einen großen Teller geben, restliches Gemüse und Koriander als Garnitur drüber streuen, zum Schluss nach Belieben mit geröstetem Sesam garnieren.

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