Beamtengehälter: Wieso 1,3 Prozent eigentlich 3,1 Prozent sind

12. November 2015, 15:55
230 Postings

Die Biennien bringen mehr als der Gehaltsabschluss

Wien – Mit Kosten in Höhe von 150 Millionen Euro wird sich die Beamtengehaltserhöhung für das kommende Jahr im Budget niederschlagen. Diese offizielle Zahl gab das Büro von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) am Donnerstag bekannt.

Am Vorabend hatte sich die Regierung mit der Beamtengewerkschaft darauf geeinigt, dass die öffentlich Bediensteten mit 1. Jänner um 1,3 Prozent mehr auf ihre Konten bekommen. Damit liegt der Beamtenabschluss deutlich unter den Metallern beziehungsweise den Handelsangestellten, die auf ein Plus von jeweils 1,5 Prozent kommen.

Biennien bringen 1,8 Prozent

Die Kosten für die Staatsbediensteten steigen im kommenden Jahr tatsächlich aber wesentlich stärker als um die erwähnten 150 Millionen. Darin nicht eingerechnet sind nämlich die automatischen Vorrückungen alle zwei Jahre (Biennien). Sie allein bewirken, dass die Gehälter der Beamten und Vertragsbediensteten (bei den Biennien sind sie gleichgestellt) um jährlich 1,8 Prozent steigen. Das entspricht zusätzlichen Kosten von rund 215 Millionen Euro. Zusammengerechnet steigen die Gehälter also nicht um 1,3, sondern um 3,1 Prozent.

Darüber hinaus hat die Regierung wegen der hohen Flüchtlingszahlen deutlich mehr Personal für das Innenministerium zugesagt. Statt der ursprünglich ausgemacht 250 darf es im nächsten Jahr 700 zusätzliche Planstellen besetzen. Die Kontingente für die Jahre 2017 und 2018 werden vorgezogen, die Personalkosten fallen dadurch aber natürlich zwei Jahre früher an. (Günther Oswald, 12.11.2015)

  • Auf Regierungsseite verhandelten Finanzminister Hans Jörg Schelling und Staatssekretärin Sonja Steßl. Die Beamtendelegation wird seit Jahren von Fritz Neugebauer angeführt.
    foto: apa / herbert pfarrhofer

    Auf Regierungsseite verhandelten Finanzminister Hans Jörg Schelling und Staatssekretärin Sonja Steßl. Die Beamtendelegation wird seit Jahren von Fritz Neugebauer angeführt.

  • Artikelbild
Share if you care.