Freiheitliche Akademiker: Die Demokratie und ihre Unordnung

12. November 2015, 15:38
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Die Freiheitlichen Akademiker Salzburg fallen wieder mit seltsamen Ansichten auf und sind der FPÖ nicht so fern wie behauptet

Im Sommer hat sich der Freiheitliche Akademikerverband Salzburg auf seiner Homepage für "Arbeitslager" für jene Flüchtlinge ausgesprochen, die keine Ausweise hätten und zurückzuschieben seien. Das wurde als "Phasenplan für eine nachhaltige Rückwanderungspolitik" vorgeschlagen. Ausdrücklich warnten die Freiheitlichen Akademiker vor "Millionen Negern", die nach Europa drängten. Die Aufregung damals war groß, auch die FPÖ ging auf Distanz zu jenen Akademikern und behauptete, dass diese gar nichts mit der Partei zu tun hätten und keine Vorfeldorganisation seien.

Der grüne Abgeordnete Harald Walser hat dieser Tage wieder einen Blick auf die Homepage der Freiheitlichen Akademiker Salzburg getan und dort erneut reichlich Merkwürdiges entdeckt. Unter anderem wird dort zum Thema "Rechtsstaatlichkeit" festgehalten, dass Staatschefs laufend Recht und Verfassung brechen würden: "Demokratie schafft immer Unordnung. Sie spaltet das Volk." Dann werden Zitate wiedergegeben, Demokratie sei "eine Fehlgeburt der Geschichte", "die Hure des Westens", "schöner Schein".

In seitenlangen Ausführungen war dort unter anderem auch zu lesen: "Gleichheit von Mann und Frau widerspricht dem Naturrecht wie der Biologie. Respekt vor Andersdenkenden, auch wenn diese irren oder die Wahrheit verfälschen?
"

Die Freiheitlichen Akademiker Salzburg sind in der Arbeitsgemeinschaft Freiheitlicher Akademikerverbände Österreichs organisiert, laut eigenen Angaben stehen sie "in einem befreundeten Verhältnis zur Freiheitlichen Partei Österreichs", sind aber "parteiungebunden". Was Walser wundert: Der Sitz der Arbeitsgemeinschaft Freiheitliche Akademikerverbände ist in Wien am Rathausplatz 8 exakt an derselben Adresse, an der auch die Landesgeschäftsstelle der FPÖ Wien residiert. Walser: "Was für ein Zufall aber auch!" (völ, 12.11.2015)

  • Harald Walser von den Grünen glaubt nicht an Zufälle.
    foto: apa/roland schlager

    Harald Walser von den Grünen glaubt nicht an Zufälle.

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