Ausgaben für Flüchtlinge stützen Konjunktur

12. November 2015, 13:12
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Wachstumseffekte der Ausgaben für Versorgung der Flüchtlinge von je plus 0,1 Prozentpunkten im vierten Quartal und im ersten Quartal 2016

Wien – Zwei Sondereffekte – die Ausgaben für die Versorgung der Flüchtlinge und die Steuerreform – stützen laut Nationalbank die Konjunktur zum Jahreswechsel. Die Ausgaben für die Versorgung der Flüchtlinge wirkten in der kurzen Frist konjunkturstimulierend, so die OeNB. Für das vierte Quartal 2015 und das erste Quartal 2016 werde von einem Wachstumseffekt von je plus 0,1 Prozentpunkten ausgegangen.

Die Steuerreform sollte für das erste Quartal 2016 ebenfalls einen Wachstumseffekt von plus 0,1 Prozentpunkt bringen.

Die Wirtschaft sei heuer auf einen moderaten Wachstumkurs eingeschwenkt. Im zweiten und dritten Quartal 2015 wuchs die Wirtschaft gegenüber dem Vorquartal um je 0,3 Prozent, "die konjunkturelle Dynamik wird sich über den Jahreswechsel hinaus weiter festigen", so die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Donnerstag in einer Pressemitteilung zu den Ergebnissen des November-Konjunkturindikators.

Für das vierte Quartal 2015 wird demnach ein Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,4 Prozent und für das erste Quartal 2016 von 0,5 Prozent erwartet.

Die ab Jahresbeginn 2016 wirksame Steuerreform werde zu einer Erhöhung des verfügbaren Einkommens der Haushalte und damit zu einer Belebung des privaten Konsums führen.

Ende des Schrumpfungsprozesses in Sicht

Im dritten Quartal sei das Wachstum von 0,3 Prozent nur geringfügig unter dem langfristigen Durchschnitt von 0,4 Prozent gelegen. Das Exportplus sei mit 1,4 Prozent über dem langjährigen Schnitt (1,0 Prozent) gelegen. Auch die Bruttoanlageinvestitionen würden seit Jahresbeginn wieder zum Wachstum beitragen. Die Wohnbauinvestitionen seien im dritten Quartal noch rückläufig gewesen, der Trend der letzten Quartale deute aber auf ein baldiges Ende des Schrumpfungsprozesses hin. Die Kreditvergabe an Unternehmen habe sich beschleunigt.

Nicht in Schwung gekommen sei bisher die Industrieproduktion. Die Kapazitätsauslastung sei zurückgegangen. Dem stehe die gute und sich weiter verbessernde Auftragslage der Unternehmen gegenüber. Nachfrageseitig werde die österreichische Konjunktur seit 2012 vor allem durch die Entwicklung des privaten Konsums gedämpft.

"In Summe ergibt sich jedoch eine moderat positive konjunkturelle Grunddynamik, die auch über den Jahreswechsel hinaus fortbestehen wird", so die Nationalbank.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal wird für das Schlussquartal 2015 einen BIP-Anstieg von 1,2 Prozent erwartet, für die ersten drei Monate 2016 von 1,5 Prozent. Für das Gesamtjahr 2015 prognostiziert die OeNB 0,7 Prozent Wachstum. (APA, 12.11.2015)

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