Heimtresore: Fort Knox in der Box

14. November 2015, 08:00
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Anschaffung, Montage und Versicherung von Safes für die eigenen vier Wände wollen wohl geplant sein

Das Netz an Bankfilialen in Österreich wird immer dünner – und damit auch die Versorgung mit Schließfächern. Laut einer Studie der Boston Consulting Group soll sich die Anzahl der Niederlassungen bis 2018 um bis zu einem Drittel verringern. Spätestens wenn das Bankschließfach mitsamt der Zweigstelle ums Eck für immer geschlossen bleibt, drängt sich ein Safe für zu Hause als Alternative geradezu auf.

In Sachen Bequemlichkeit ist dieser stets die bessere Alternative, zumal man von Banköffnungszeiten unabhängig wird. Auch finanziell kann der Heimsafe die günstigere Lösung sein, bei vergleichbarem Stauraum sollten die laufenden Mieten für Schließfächer binnen eines Jahrzehnts die Anschaffungskosten übersteigen. Wichtig ist jedoch, den künftigen Platzbedarf beim Tresorkauf richtig einzuschätzen. "In der Regel werden Safes schnell zu klein", sagt Georg Senft von der Unternehmensgruppe Senft, Anbieter in den Bereichen Sicherheit, Service und Metallbau.

Mit Versicherung sprechen

Dann gilt es zu unterscheiden, ob man zu einem in Möbel eingebauten Wertschutzschrank oder einem Wandtresor greift. Beide müssen fachmännisch verankert bzw. einbetoniert werden, was mittels einer Konformitätserklärung bestätigt wird. Gerade bei der Wahl des Fachmanns empfiehlt Senft, auf dessen Seriosität und Vertrauenswürdigkeit zu achten.

Zudem gibt es bei beiden Arten sogenannte Versicherungskategorien, deren Deckungssumme sich an den Widerstandsnormen der Safes orientiert. Des Weiteren wird nach den Prüfzeiten für den Feuerschutz unterschieden. "Vor dem Kauf sollte man immer Rücksprache mit der Versicherung führen, die haben oft unterschiedliche Richtlinien", rät Senft hinsichtlich der Deckung durch die Haushaltsversicherung.

"Das Wertbehältnis und dessen Inhalt sind in der Wohnung versichert. In Kellerabteilen, Schuppen oder Garagen besteht kein Versicherungsschutz", gibt Christian Kreuzer, Sprecher der Wiener Städtischen zu bedenken. Gleiches gilt, wenn der Tresor etwa mit einem Schlüssel geöffnet wurde, der sich in den versicherten Räumlichkeiten befunden hat.

"Den Schlüssel sollte man immer bei sich führen", sagt auch Senft. "Aber der Trend geht ohnedies hin zum Elektronikschloss." Dieses kann entweder per Nummernkombination oder Fingerabdruck betätigt werden. Als Standort empfiehlt er zugängliche, aber keine frei einsichtigen Plätze: "Wandtresore haben den Vorteil, dass man sie hinter Bildern verstecken kann."

Laufende Kosten für Service fallen laut Senft nur selten und in geringem Ausmaß an. Und hinsichtlich der Lebensdauer meint er: "Üblicherweise überleben Tresore ihre Besitzer." Alexander Hahn, 12.11.2015)

  • Der Klassiker: ein Safe hinter dem Gemälde – nach Möglichkeit sollte es sich aber nicht um Originale von Klassikern wie Leonardo da Vincis "Mona Lisa" handeln.
    foto: denis balibouse

    Der Klassiker: ein Safe hinter dem Gemälde – nach Möglichkeit sollte es sich aber nicht um Originale von Klassikern wie Leonardo da Vincis "Mona Lisa" handeln.

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    foto: moodboard/corbis
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