Mut zur Entscheidung

Einserkastl11. November 2015, 17:56
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Es gab Politiker, die auch unter ungeheurem Druck standhaft blieben

Im Oktober 1977 wurde die Lufthansa-Maschine Landshut von palästinensischen Terroristen entführt und nach Mogadischu in Somalia gebracht. Damit sollten deutsche Terroristen ("Rote Armee Fraktion" [RAF], "Baader-Meinhof-Bande") aus dem Gefängnis freigepresst werden. Schon vorher war der deutsche Industriellenpräsident Hanns Martin Schleyer von der RAF entführt worden.

Der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt entschied, den Terroristen nicht nachzugeben. In Mogadischu stürmte eine deutsche Eliteeinheit die Landshut und befreite alle Geiseln. Wenig später begingen im Gefängnis die RAF-Anführer Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe Selbstmord. Schleyer wurde danach ermordet.

Ende der Siebzigerjahre reagierte Kanzler Schmidt auf die Aufstellung neuer sowjetischer Atomraketen, die gegen Westeuropa gerichtet waren. Er forderte Gegenmaßnahmen, und es kam zum Nato-Doppelbeschluss, nämlich der Aufstellung von US-Raketen mit dem gleichzeitigen Angebot von Verhandlungen. Die Friedensbewegung und große Teile von Schmidts SPD opponierten dagegen. Dennoch kam es später zu einer Verhandlungslösung.

Warum das hier nacherzählt wird? Damit man sich dessen erinnert, dass es auch Politiker gab, die unter ungeheurem Druck standhaft blieben und den Mut zu Entscheidungen von größter Tragweite hatten. (Hans Rauscher, 11.11.2015)

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    foto: apa/epa/heinrich sanden
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