Bank-Austria-Betriebsrat will eigenständige Bank erhalten

11. November 2015, 17:08
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Jobs sollen in Wien bleiben, insbesondere das Osteuropa-Kompetenzzentrum – Betriebsversammlung am 24. November

Wien/Mailand – Auch wenn die Bank Austria von ihrer Mutter Unicredit massiv verkleinert und umgebaut wird, will der Betriebsrat erreichen, dass sie als eigenständige Bank erhalten bleibt. "Ich möchte alles tun, damit die Bank Austria eine Multi-Channel-Bank bleibt", sagte Betriebsratsobmann Adolf Lehner am Mittwoch der APA.

Noch seien viele Fragen offen, der Vorstand müsse klarstellen, "was er plant", so Lehner zwei Stunden nach der Verkündung des Umstrukturierungsplans, wonach die Osteuropaholding von Wien nach Mailand verlagert und das Privatkundengeschäft verkauft oder stark umgebaut wird. Dem Betriebsrat gehe es um die Sicherung von Arbeitsplätzen, die Vermeidung von Kündigungen und "gemeinsame Lösungen" mit dem Vorstand. Wenn es gemeinsame Lösungen gebe, müsse man verhandeln. Wenn es hingegen einseitige Entscheidungen des Vorstands gebe, "dann muss man kämpfen".

Jobs sollen auch bei Verlagerung des Osteuropageschäfts in Wien bleiben

Ein konkretes Ziel ist der Erhalt des Kompetenzzentrums für die Steuerung des Osteuropageschäfts, wovon 500 bis 700 Stellen betroffen sind. Bilanziell sei klar, dass künftig das Geschäftsfeld nach Mailand geht, aber das Know-how und die Jobs könnten in Wien bleiben. Lehner hat "Signale", dass diese Kompetenz bleibt, aber bleibt noch sehr vorsichtig.

Am 24. November gibt es eine Betriebsversammlung, bis dahin hofft Lehner Näheres über die Zukunft der Bank zu wissen. Auch wenn er einen Verkauf nicht ausschließen will, sagt er: "Ein Verkauf würde es noch verkomplizieren."

Der Betriebsratsfonds hält Bank-Austria-Aktien und hat dadurch "bei gewissen Transaktionen Mitgestaltungsmöglichkeiten. Wir haben ein Instrument, das andere nicht haben", so Lehner auf die Frage, ob der Betriebsrat einen Verkauf verhindern könnte. Aber als Aktionär habe man mit den Rechten auch eine Verantwortung. Es sei "nicht das Ziel, alles zu verhindern, selbst wenn man es könnte".

Zwar trifft es die Bank Austria nicht direkt, dass nun weniger Bankenabgabe anfällt. Aber die hohen Abgaben in Österreich – nicht nur die Bankensteuer – werden als ein Grund für den Transfer der Osteuropaholding genannt. Das sei ärgerlich und schmälere die Leistung der Mitarbeiter. (APA, 11.11.2015)

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