Unterwasserarchäologen entdecken 22 Schiffswracks in der Ägäis

11. November 2015, 16:18
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Alter der Schiffe reicht von der Archaik bis zum 16. Jahrhundert: Hinweis auf vielbefahrene Handelsroute

Athen – Ein Team von Unterwasserarchäologen aus Griechenland und den USA hat in der Ägäis 22 Schiffswracks entdeckt, von denen einige mehr als 2.500 Jahre alt sein sollen. Historische Quellen, vor allem aber Hinweise von örtlichen Fischern hätten sie auf die Spur des Unterwasserfriedhofs am Fourni-Archipel gebracht, sagte einer der Entdecker, Giorgos Koutsouflakis.

Dennoch habe sie der Fund im September überrascht: "Wir wussten, dass wir etwas entdecken würden, aber eine derartige Ansammlung von Wracks hatten wir nicht erwartet." Die ältesten Wracks stammen demnach noch aus der archaischen Zeit (700 bis 480 vor unserer Zeitrechnung), die jüngsten aus dem 16. Jahrhundert. Die Schiffe transportierten zumeist Wein und Öl, doch fanden die Wissenschafter auch einige Amphoren für eingelegte Flusskrebse aus dem Schwarzen Meer.

Einrichtung einer Schutzzone angestrebt

Nach den Worten von Koutsouflakis zeigt der Fund, dass die Gegend seit der Antike Teil einer Handelsroute war, die unter anderem das Mittelmeer mit dem Schwarzen Meer verbunden hatte. Dass es so viele Schiffsbrüche gab, weise aber auch auf Gefahren für die Schifffahrt in der Region hin, sagte sein US-Kollege Peter Campbell.

Das Team will seine Forschung in dem zwischen Ikaria und Samos gelegenen Gebiet in den kommenden Jahren fortsetzen. Da die Wracks aber in der Vergangenheit offenbar wiederholt geplündert worden waren, will es versuchen, das Gebiet zu einer archäologischen Schutzzone erklären zu lassen. (APA, red, 11. 11. 2015)

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