Die Nati auf den Spuren des ÖFB-Teams

11. November 2015, 13:16
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Die Schweiz bereitet sich in Wien auf die Länderspiele gegen die Slowakei und Österreich vor. Teamchef Petkovic hat Sorgen, die Marcel Koller nur allzu gut kennt

Wien – Das Schweizer Fußball-Nationalteam plagt sich derzeit mit ähnlichen Problemen, die auch schon im ÖFB-Team für Diskussionsstoff sorgten. Zwar schafften die Eidgenossen erfolgreich die Qualifikation für das EM-Turnier in Frankreich 2016, einige Stammspieler der "Nati" kämpfen aber bei ihren Vereinen um einen Stammplatz. Die Testspiele gegen die EM-Teilnehmer Slowakei und Österreich dienen einigen Teamkickern aber als willkommene Ablenkung vom Ligaalltag.

Training beim Happel-Stadion

Am frühen Mittwochabend landeten die Schweizer in Wien, nachdem sie sich seit Montag in Feusisberg auf die Spiele in Trnava am Freitag bzw. in Wien am Dienstag (20.45 Uhr) vorbereitet haben. Trainiert wird bis dahin auf den Trainingsplätzen des Ernst-Happel-Stadions.

"Für uns wird das Spiel gegen sie eine mentale Herausforderung darstellen. Es geht am Ende des Jahres nochmals darum, alles abzurufen", sagte Teamchef Vladimir Petkovic über den Vergleich mit dem ÖFB-Team. Das Kollerteam schätzte er als "sehr gut" ein: "Im Kollektiv und auch bei den Einzelspielern." Lob gab es für den ÖFB-Teamchef. "Seine Arbeit ist bemerkenswert. Innerhalb von vier Jahren haben sich die Österreicher ein großes Selbstbewusstsein erarbeitet und gefestigt."

Personalie Petkovic

In der Schweiz war die Partie bis dato dennoch ein Randthema. Zum einen beschäftigt die Öffentlichkeit seit Wochen die Personalie Petkovic. Der seit 13 Spielen amtierende 52-Jährige gab erst Montag bei der Teamzusammenkunft offiziell bekannt, die Nationalelf bis zur WM 2018 in Russland betreuen zu wollen. Sein Vertrag läuft wie jener des Schweizers Marcel Koller beim ÖFB vorerst nach dem EM-Turnier aus.

"Ich will als Nationalcoach weitermachen, weil man dieses Team noch weiterentwickeln kann", betonte Petkovic. Der SFV hatte zuvor durchblicken lassen, bei einem Signal des gebürtigen Bosniers eine Vertragsverlängerung anzustreben. Frühere Wunschkandidaten wie Koller oder der derzeit vereinslose Lucien Favre sollen laut Medienberichten aktuell kein Interesse bekundet haben.

Bankdrücker

Ein Problemfeld ist, dass manche Schweizer Stammkräfte bei ihren Vereinen zum Zuschauen verdammt sind. Kapitän Gökhan Inler, Kollege von Christian Fuchs bei Leicester City, sitzt seit Wochen nur auf der Bank. Verteidiger Fabian Schär ist bei Hoffenheims Coach Huub Stevens nicht mehr gefragt, Stürmer Josep Drmic kommt bei Mönchengladbach nicht wirklich zum Zug. Mittelfeldspieler Valon Behrami hat sich bei Watford nach einer Roten Karte selbst ins Abseits befördert.

Petkovic stellte zuletzt fest, dass mehrere seiner Schützlinge "ein Problem haben". Seine einst festgelegten Kriterien, wonach Spielpraxis für die EM-Starter Pflicht ist, wurden deshalb gelockert. Seine Nominierungen für den Ausklang des Länderspieljahres kann man als moralische Aufbauhilfe interpretieren: "Für alle, die uns nach Frankreich gebracht haben – als Dankeschön und Zeichen, dass ich weiterhin an sie glaube."

Petkovic leistete damit jenen einen Treueschwur, den schon Koller bei Spielern wie Marc Janko oder Robert Almer ablegte. Dennoch stellte Petkovic auch klar, dass Inler und Co. nicht ewig vom Quali-Bonus profitieren werden können. Nach dem Jahreswechsel rücke die Gegenwart, sprich die EM-Vorbereitung, in den Mittelpunkt. "Wir haben nicht wahnsinnig viel Zeit", betonte Petkovic. (APA, sid, 11.11.2015)

  • Vladimir Petkovic will mit der Nati auch in Wien jubeln.
    foto: epa/georgios kefalas

    Vladimir Petkovic will mit der Nati auch in Wien jubeln.

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