Eon will Strompreis stabil halten

11. November 2015, 12:34
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Abschreibungen auf Kraftwerke und Halbierung des Strompreises setzen dem Konzern zu

Düsseldorf – Deutschlands größter Energiekonzern Eon muss in den ersten neun Monaten einen Rekordverlust von knapp 5,7 Milliarden Euro hinnehmen. Grund seien hohe Wertberichtigungen von 8,3 Milliarden Euro unter anderem wegen Abschreibungen auf Kraftwerke, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Gas- und Kohlekraftwerke des Konzerns verdienen wegen des abgestürzten Börsenstrompreises kaum noch Geld.

Eon will trotz des Milliardenverlusts den Strompreis für Endverbraucher über den Jahreswechsel hinaus stabil halten. Das sagte Finanzvorstand Michael Sen am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Eon hat in Deutschland etwa sechs Millionen Stromkunden.

Auf Nachfrage kündigte auch der Konkurrent RWE an, den Strom- und Gaspreis in der Grundversorgung 2016 vorerst nicht zu erhöhen. Entscheidungen für den weiteren Verlauf des Jahres würden dann später getroffen. Preiserhöhungen zum Jahresbeginn 2016 müssen sechs Wochen vorher – also bis Mitte November – den Verbrauchern mitgeteilt werden.

Verdrängung konventioneller Kraftwerke

Trotz des Rekordverlusts bestätigte Eon seine Prognose eines operativen Gewinns von 7 bis 7,6 Milliarden Euro für das Gesamtjahr und eines nachhaltigen Konzernüberschusses von 1,4 bis 1,8 Milliarden Euro für 2015.

Durch den Boom des Ökostroms werden branchenweit die konventionellen Kraftwerke vom Markt verdrängt. Die Preise an der Leipziger Strombörse EEX haben sich in den vergangenen vier Jahren halbiert. Wegen der dauerhaft geringeren Erlösaussichten mussten die konventionellen Kraftwerke in der Bilanz neu bewertet werden. Schon für 2014 hatte Eon einen Rekordverlust von 3,2 Milliarden Euro ausgewiesen. Grund waren damals vor allem Abschreibungen auf Kraftwerke im Ausland.

Eon bereitet sich derzeit auf seine Aufspaltung vor. Dabei gliedert der Konzern sein gesamtes Geschäft mit großen Kraftwerken in die neue Gesellschaft Uniper aus. Das Hauptunternehmen will sich künftig auf erneuerbare Energien und den Vertrieb konzentrieren. Das Atomgeschäft verbleibt auf politischen Druck bei Eon, soll aber in der Tochter Preussen Elektra weitgehend unabhängig geführt werden. Die Konzernaufspaltung soll zum Jahreswechsel greifen. Deshalb zog Eon die üblicherweise zum Jahresende stattfindende Überprüfung der Firmenwerte vor. (APA, 11.11.2015)

  • 5,7 Milliarden Verlust innerhalb von neun Monaten hat Deutschlands größter Energieversorger zu verdauen.
    foto: reuters/ina fassbender

    5,7 Milliarden Verlust innerhalb von neun Monaten hat Deutschlands größter Energieversorger zu verdauen.

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