Schimpansin kümmerte sich jahrelang um behindertes Baby

11. November 2015, 11:45
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Japanische Forscher beobachten einzigartigen Fall von Fürsorge

Tokio – Erstmals haben Forscher eine in der Wildnis lebende Schimpansen-Mutter bei der Fürsorge für ihr behindertes Baby beobachtet. In ihrer im Magazin "Primates" veröffentlichten Studie beschreiben die Wissenschafter der Universität Kyoto, dass sie 2011 im Mahale Mountains National Park von Tansania ein weibliches Schimpansenjunges entdeckt hätten, das Anzeichen einer dem Down-Syndrom ähnlichen Krankheit aufwies – etwas Vergleichbares hatte man bereits bei einem in Gefangenschaft lebenden Schimpansen festgestellt.

Sie beobachteten daraufhin die Affen-Gruppe über einen Zeitraum von zwei Jahren. Eines Tages sei das Junge zwar verschwunden und offenbar gestorben, so die Forscher. Erstaunlich ist jedoch, dass es ihm die Fürsorge der Mutter samt Unterstützung durch seine Schwestern zuvor ermöglicht hatte, 23 Monate in der Wildnis zu überleben.

Helfende Hände

So hätten die Mutter und die Schwestern das Baby mit ihren Armen gestützt, wenn es gesäugt wurde, sagte Studienautor Michio Nakamura. Normalerweise klammern sich Schimpansenbabys aus eigenen Kräften von unten an ihre Mütter, wenn sie gesäugt werden. Das behinderte Baby sei dazu jedoch zu schwach gewesen.

Zwar erlaubte die Mutter Gruppenmitgliedern, die nicht unmittelbar mit ihr verwandt waren, keinen Zugang zum Baby. Laut den Forschern konnte innerhalb der Gruppe aber kein ablehnendes Verhalten gegenüber dem Baby festgestellt werden. (APA, red, 11.11.2015)

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