Grüne bringen Funkhaus-Antrag im Parlament ein

11. November 2015, 12:18
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Bundesregierung soll Absiedlung der ORF-Radios verhindern, Anbotsfrist endet heute. Auch Häupl für Verbleib im Stadtzentrum

Wien – Der Streit um das Wiener Funkhaus beschäftigt heute auch den Nationalrat. Der Grüne Abgeordnete Wolfgang Zinggl hat einen Entschließungsantrag zum Thema eingebracht, der am Abend debattiert werden soll. Demnach soll der Nationalrat die Bundesregierung ersuchen "alles in ihrer Macht Stehende zu unternehmen, um einen Verkauf des Funkhauses in der Argentinierstraße zu verhindern, sowie den Kulturstandort und die Senderidentität von Ö1 zu bewahren".

Der Antrag der Grünen kommt womöglich etwas spät – das Funkhaus wurde vom ORF bereits zum Verkauf ausgeschrieben, die Anbotsfrist endet heute, Mittwoch. Der Jugendsender FM4 lebe von der örtlichen Nähe zu Zielgruppe und Musikszene, so Zinggl in seinem Antrag. Ö1 sieht der Abgeordnete durch die geplante Absiedlung auf den Küniglberg in Autonomie und Qualität bedroht.

Häupl will ORF Wien im Zentrum behalten

Für einen Verbleib im Stadtzentrum hat sich gestern auch der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) ausgesprochen – zumindest für den ORF Wien, berichtet die "Presse". Das Landesstudio brauche eine sichtbare Präsenz in der Stadt. es solle nicht "in einem Hinterzimmer am Küniglberg" landen, wird Häupl dort zitiert.

Kunstschaffende und Mitarbeiter der im Funkhaus untergebrachten Radiosender Ö1, FM4 und Radio Wien protestieren seit Bekanntwerden der Umsiedlungspläne gegen den Funkhaus-Verkauf. Zuletzt demonstrierten sie am Montag vor dem Gebäude, Schriftsteller Robert Menasse kettete sich "symbolisch" am Haus an. (red, 11.11.2015)

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