Palästinensische Ermittler warfen Israel erneut Mord an Arafat vor

11. November 2015, 06:08
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Tirawi: Klärung der Todesumstände dauert noch einige Zeit

Ramallah – Palästinensische Ermittler haben erneut Israel vorgeworfen, den früheren palästinensischen Anführer Yassir Arafat ermordet zu haben. Der für die Ermittlungen verantwortliche palästinensische Beamte Tawfiq Tirawi erklärte am Dienstag, das Komitee habe den Verantwortlichen für den Tod Arafats identifiziert: "Israel ist verantwortlich."

Allerdings werde es noch einige Zeit dauern, um die genauen Umstände des Todes von Arafat zu klären, fügte Tirawi hinzu. Zu Details äußerte er sich nicht.

Arafat war am 11. November 2004 in einem Militärkrankenhaus bei Paris mit 75 Jahren gestorben. Zuvor hatte sich sein Gesundheitszustand in kurzer Zeit dramatisch verschlechtert. Da seine Witwe Suha damals eine Obduktion ablehnte, blieb die Todesursache unklar. Als Schweizer Experten aber berichteten, sie hätten in Proben aus Arafats persönlichen Sachen eine erhebliche Konzentration des hochgiftigen Stoffs Polonium nachgewiesen, erstattete sie 2012 in Frankreich Anzeige wegen Mordes.

Arafats Leichnam wurde daraufhin exhumiert und drei getrennte Expertenteams untersuchten Gewebeproben. Anfang September dieses Jahres wurden die Mordermittlungen allerdings zu den Akten gelegt. Die zuständigen Richter sahen keine Beweise für eine Vergiftung Arafats. Die palästinensische Autonomiebehörde kündigte weitere eigene Ermittlungen an. Viele Palästinenser machten bereits damals Israel für den Tod Arafats verantwortlich.

Anlässlich des Todestages am Mittwoch übergab unterdessen die radikalislamistische Hamas das Haus von Arafat im Gazastreifen sowie persönliche Dinge des früheren palästinensischen Anführers der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Die von der Fatah dominierte PLO wertete dies als Symbol der Annäherung zwischen beiden palästinensischen Gruppen. Zu den persönlichen Dingen gehören eine Waffe, Kleidung und Fotos. In dem Haus lebte Arafat mit seiner Familie nach seiner Rückkehr aus dem Exil im Jahr 1994. (APA, 11.11.2015)

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