Jahresgagen für Heta-Aufsichtsräte stiegen kräftig

10. November 2015, 06:12
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Im Vergleich zu Jahren vor 2014 aber auch weit weniger Sitzungsgeld bei mehr Sitzungen – Finanzministerium: "Fast Nullsummenspiel"

Wien/Klagenfurt – Auf Vorgänge bei der früheren Hypo Alpe Adria schauen manche Steuerzahler wegen des bereits entstandenen Schadens besonders genau. Beleuchtet man die Entwicklung der Gagen für den Aufsichtsrat der nunmehrigen Heta ab Mitte der 2000er-Jahre bis ins Vorjahr, als die Banklizenz abgegeben wurde, so zeigt sich eine deutliche Erhöhung der Jahresgage 2014. Das Sitzungsgeld ging stark zurück.

Bei der Hauptversammlung am 18. September 2014 wurde rückwirkend für das Vorjahr beschlossen, das jährliche Etat des Vorsitzenden von 30.000 auf 60.000 Euro zu verdoppeln. Die Entschädigung des Stellvertreters vervielfachte sich von 12.000 auf 50.000 Euro. Die Vergütung für normale Mitglieder verfünffachte sich von 6.000 Euro auf 30.000 Euro.

300 statt 850 Euro Sitzungsgeld

Hierbei darf aber nicht ausgespart bleiben, dass das Sitzungeld von 850 Euro (das seit 2010 in dieser Höhe pro Mitglied floss) auf 300 Euro abgesenkt wurde – und das fällt bei 71 Sitzungen, die es 2014 im Vergleich zu 48 Sitzungen anno 2013 gab, schon ins Gewicht. Pro Mitglied gab es im Vorjahr demnach durchgerechnet 21.300 Euro Sitzungsgelder, während es 2013 aufs Jahr durchgerechnet für Sitzungen 40.800 Euro gab. Heuer ging die Sitzungsschlagzahl aber wieder zurück – auf bisher 45 AR-Sitzungen.

Aus dem Finanzministerium von Hans Jörg Schelling (ÖVP) wurde auf APA-Anfrage betont, dass es sich durch das Absenken der Sitzungsgelder fast um ein "Nullsummen-Spiel" handle. Auch sei die Zahl der Hypo-Vorstände von fünf auf vier gesenkt worden. Vor allem habe es für die Jobs im Hypo/Heta-Aufsichtsrat internationale Experten gebraucht – und im internationalen Vergleich würden die Entgelte höher liegen.

Finanzministerium verweist auf Deutschland

Auch wird vom Finanzministerium auf Geschäftsbericht-Auswertungen der 20 ATX-Unternehmen seitens der Unternehmensberatung hkp verwiesen. Diese zeige, dass die Aufsichtsräte im Vorjahr im Durchschnitt 65.720 Euro verdienten. "In Deutschland liegen die Entgelte deutlich darüber", hieß es weiters aus dem Ministerium. Im MDAX verdienten die Aufsichtsräte durchschnittlich 188.000 Euro im Jahr und im Top-Index DAX im Durchschnitt 366.000 Euro.

Nach APA-Informationen wurde den Aufsichtsratsmitglieder und dem Aufsichtsratspräsidium (Vorsitzender und Stellvertreter) 2014 auch eine einmalige Vergütung von je 13.334 Euro gewährt – für die "Überführung der Hypo Alpe Adria Bank International AG in eine deregulierte Abbaueinheit" namens Heta.

Rochaden im Hypo-Aufsichtsrat

Im Hypo-AR und dessen Präsidium kam es im Vorjahr zu Rochaden. Ex-Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter Anfang Juni wurde zum Hypo-Chefaufseher gewählt, den sein Vorgänger Klaus Liebscher schon im Februar verlassen hatte. Schon im Oktober ging wiederum Walter selbst – noch vor der Zerschlagung der Hypo. Im November wurde dann der frühere ÖVAG-Vize Michael Mendel neuer Hypo-Chefabwickler als AR-Vorsitzender, der inzwischen auch die neue ABBAG mit sechs Mitarbeitern führt. (APA, 10.11.2015)

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