EM-Coundown beginnt in Alicante

9. November 2015, 18:15
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Vier Debütanten sind mit dabei, besonders im taktischen Bereich soll geschliffen werden

Wien – Österreichs Fußballteam ist am Montagnachmittag ins Trainingslager nach Alicante gereist, davor gab es im Flughafenhotel noch eine kleine Modeschau. Es ist nämlich bei der EM in Frankreich vorgeschrieben, Dressen zu tragen. Da diese auch an den Fan verscherbelt werden sollen, wollte Ausstatter Puma, seit 40 Jahren Partner und Schneidermeister des ÖFB, den Juni 2016 nicht abwarten. Marko Arnautovic, David Alaba und Tormann Ramazan Özcan waren die Modelle.

Arnautovic hätte etwas über das vermutlich spannende Fotoshooting erzählen sollen, er beließ es bei der ultimativen Feststellung: "Viele Fotos halt". Natürlich sei die neue Wäsche (noch) schöner als die alte. "Man fühlt sich gut drinnen." Es ist das Heimdress für die kommenden zwei Jahre (Premiere am 17. November in Wien gegen die Schweiz), die Leibchen sind rot, der Bundesadler ist freigestellt, ein bisserl Retro schaut es aus, die Hosen sind weiß.

Das Oberteil kostet unverbindliche 84,95 Euro im Fachhandel, Arnautovic kriegt seines gratis. Man kann zwischen hauteng und etwas weiter geschnitten wählen, der eher feistere Fan dürfte mit der zweiten Variante weit besser ausschauen. Teamchef Marcel Koller: "Für einige aus dem Betreuerstab würde ich es auch empfehlen." Die neue Auswärtskleidung wird erst im Februar präsentiert. Das Rotweiß wird – wenig überraschend – ein Schwarzweiß sein.

Keine Genugtuung

Vier Debütanten (Andreas Lukse, Robert Gucher, Karim Onisiwo, Florian Kainz) machten die Reise nach Spanien mit, Koller wird sie genau unter die Lupe nehmen. "Es ist auch entscheidend, ob sie menschlich in die Gruppe passen." Große Experimente werde es nicht geben, weder gegen die Schweiz noch bei der EM. Arnautovic ist bestens aufgelegt, er hat am Samstag das 1:0 für Stoke City gegen Chelsea erzielt. "Wichtig für mich, wichtig für die Mannschaft. Man schlägt Chelsea nicht sehr oft." Eine spezielle Genugtuung Jose Mourinho gegenüber, der ihn einst bei Inter Mailand kaum gefördert hat, empfand er nicht. "Er war ja wegen seiner Sperre nicht einmal im Stadion."

Der Schweizer Xherdan Shaqiri ist ein Kollege bei Stoke City, man hat sich in aller gebotenen Kürze über das anstehende Länderspiel ausgetauscht. "Er glaubt, dass die Schweiz gewinnt. Ich glaube, dass Österreich gewinnt. Wir werden jedenfalls Gas geben."

David Alaba ist derweil froh, in dieser Woche ausschließlich trainieren zu dürfen. Die Belastung bei Bayern München sei zuletzt enorm gewesen. "Es tut trotz der Erfolge gut, ein wenig runterzukommen." Koller wird am Mittwoch 55 Jahre alt, ihm drohen eine Torte und ein Ständchen von den Spielern. Er wünscht sich "Gesundheit". In Alicante wird vor allem im taktischen Bereich gearbeitet. Ein Verzicht auf Verteidiger Martin Hinteregger, der bei Red Bull Salzburg wegen angeblicher Motivationsprobleme aus dem Kader gestrichen wurde, sei für ihn, Koller, kein Thema gewesen. "Eine Sache des Klubs."

Die Schweiz trifft am Mittwoch in Wien ein, schiebt am Freitag in Trnava einen Test gegen die Slowakei ein. Coach Vladimir Petkovic muss auf die verletzten Granit Xhaka, Ricardo Rodriguez und Breel Embolo verzichten. Koller: "Die Schweiz ist nicht so durch die Quali gerauscht wie wir. Aber sie haben es souverän geschafft. Es wird eine Partie auf Augenhöhe."

Sportdirektor Willi Ruttensteiner sagte vor dem Abflug: "Unsere Erfolge fallen auf, man spürt den Respekt. Wir müssen hart arbeiten. Untätigkeit ist das größte Krebsgeschwür im Fußball." (Christian Hackl, 10.11.2015)

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