Berlusconi plant Neugründung der Mitte-rechts-Allianz mit Lega Nord

9. November 2015, 14:29
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Im Hinblick auf die Kommunalwahlen im kommenden Frühjahr, die als wichtiger Stimmungstest für das Land gelten

Rom – Italiens Expremier Silvio Berlusconi will seiner politischen Karriere neuen Schwung verleihen. Der Medienzar plant eine Neugründung der Mitte-rechts-Allianz mithilfe der rechtspopulistischen Lega Nord im Hinblick auf die Kommunalwahlen im kommenden Frühjahr, die als wichtiger Stimmungstest für das Land gelten.

Dem neuen Wahlbündnis soll sich auch die Rechtspartei "Brüder Italiens" um die römische Jungpolitikerin Giorgia Meloni anschließen, berichteten italienische Medien am Montag. Ziel sei es, den Italienern eine Alternative zur Demokratischen Partei (PD) von Premier Matteo Renzi zu bieten. "Gemeinsam können wir den PD überragen und mehr als 40 Prozent der Stimmen erobern", versicherte Berlusconi. Steuersenkung und "weniger Staat und weniger Europa" sind einige Anliegen Berlusconis.

Mit der Lega Nord war Berlusconis konservative Partei Forza Italia zehn Jahre lang bis 2011 verbündet. Die Allianz war nach dem Sturz von Berlusconis Kabinett im November 2011 in die Brüche gegangen.

Galionsfigur gesucht

Noch ist unklar, wer die Führung des Mitte-rechts-Bündnisses übernehmen soll. Der junge Lega-Nord-Chef Matteo Salvini will zur neuen Galionsfigur der italienischen Rechten aufrücken. Die sezessionistischen Slogans von Parteigründer Umberto Bossi sind längst vergessen. Salvinis Lega Nord bemüht sich, mit Slogans gegen die EU und die illegale Einwanderung auch in Süditalien zu punkten.

Die Renaissance der Lega Nord, die 2012 nach einem Skandal um veruntreute Parteigelder und dem Rücktritt von Gründer Umberto Bossi totgesagt worden war, ist dem 42-jährigen Salvini zuzuschreiben, der politisches Geschick bewiesen hat und bei jüngsten Urnengängen stark an Stimmen zulegen konnte. Berlusconi will sich daher Salvinis Unterstützung sichern, statt den jungen Lega-Chef als Rivalen zu haben. Dieser will sich jedoch nicht mit der Rolle von Berlusconis Wahlhelfer begnügen. Politischen Beobachtern zufolge ist Salvinis Ziel, den 79-jährigen Berlusconi als Chef der italienischen Rechten abzulösen. (APA, 9.11.2105)

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