IWF und TU Graz an neuer Jupiter-Mission der ESA beteiligt

9. November 2015, 12:24
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Mission JUICE: Grazer Forscher arbeiten an neuem Quanteninterferenz-Magnetometer

Graz – Unter dem Namen "JUpiter ICy moons Explorer (JUICE)" soll im Jahr 2022 eine ESA-Mission zum Planeten Jupiter und seinen Eismonden starten, welche unter ihrer Oberfläche Ozeane beherbergen könnten.

Das Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und das Institut für Experimentalphysik der TU Graz sind maßgeblich an der Entwicklung eines neuartigen Quanteninterferenz-Magnetometers für diese Mission beteiligt, wie es in Presseaussendungen heißt.

Als erste große Mission des ESA-Programms "Cosmic Vision 2015-2025" soll JUICE drei Jahre lang das Jupitersystem im äußeren Sonnensystem erforschen. Der Start ist für 2022 geplant, acht Jahre später soll die Raumsonde ihr Ziel erreichen und den größten Planeten in unserem Sonnensystem und seiner Monde Ganymed, Kallisto und Europa drei Jahre beobachten, schilderte Werner Magnes, stellvertretender Direktor des IWF.

Im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses steht die Frage nach lebensfreundlichen Bedingungen auf den Monden und die Wechselwirkung dieser Monde mit der Jupiter-Magnetosphäre. Besonders interessant werde die Untersuchung der Wechselwirkung zwischen den Magnetfeldern von Jupiter und Ganymed sein.

Harsche Bedingungen

Die Mission wird mit insgesamt elf wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet sein. Die Experten aus Österreich zeichnen für ein spezielles Quanteninterferenz-Magnetometer verantwortlich, so Magnes, der die Magnetometer-Gruppe am Grazer IWF leitet. Das Grazer Instrument ist Teil eines magnetischen Sensorsystems, das unter der Leitung des Imperial College in London entwickelt wird.

Es soll dazu dienen, mögliche Ozeane unter der eisigen Oberfläche der Monde zu untersuchen. "Mit der Magnetfeldmessung können wir sprichwörtlich in die Monde hineinschauen. Je genauer wir das Magnetfeld kennen, umso besser lassen sich tief liegende Ozeane erforschen", schilderte Magnes. Das IWF steuert die weltraumtaugliche Elektronik der laserbasierten Messungen der Magnetfeldmessungen bei. Die TU Graz entwickelt die optische Sensorik des Magnetometers.

Als besondere Herausforderungen an die Ingenieure nannte Magnes, die tiefen Temperaturen und Strahlungen: "Es herrschen Temperaturen um die Minus 200 Grad auf den Jupitermonden, und der Planet selbst hat einen sehr großen Strahlungsgürtelbereich. Die Instrumentteile müssen daher sehr robust gegenüber Kälte und Strahlung sein und noch dazu auf eine lange Dauer gesehen funktionieren." (APA, red, 9.11.2015)

  • Jupiters Eismonde im Visier: Das Weltrauminstitut der ÖAW und die TU Graz arbeiten an einem der elf Instrumente der ESA-Mission JUICE.
    illu.: esa/aoes

    Jupiters Eismonde im Visier: Das Weltrauminstitut der ÖAW und die TU Graz arbeiten an einem der elf Instrumente der ESA-Mission JUICE.

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