Bergfilmfestival Salzburg rückt die Alpen in den Mittelpunkt

11. November 2015, 11:00
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Alpinpioniere und junge Extremsportler geben sich beim Vortragsprogramm die Klinke in die Hand

Salzburg – Schneller, weiter, höher und auf der ganzen Welt unterwegs – die Bergsportszene wächst immer mehr über sich hinaus. Das Salzburger Bergfilmfestival "Abenteuer Berg – Abenteuer Film" besinnt sich in seiner 22. Ausgabe der Wurzeln des Alpinismus und setzt die Alpen in den Mittelpunkt des diesjährigen Programms unter dem Motto "Back to the roots".

"Es heißt schließlich Alpinismus und nicht Himalayismus oder Andinismus", merkt das Festivalteam augenzwinkernd an. Das Festival, das heuer vom 19. November bis zum 4. Dezember stattfindet, ist bereits ein Fixtermin für viele Berg- und Filmbegeisterte in Westösterreich und Bayern.

Neben zahlreichen Filmprogrammen bietet das Bergfilmfestival auch dieses Jahr wieder hochkarätig besetzte Vorträge.

bergfilmfestival

Das Motto umspannen wird etwa der Vortrag des Bergführers und Fotografen Hans Thurner. Er erzählt von einer Tour von Wien nach Nizza den gesamten Alpenbogen entlang. In 101 Tagen überwand er 90.000 Höhenmeter, bis er beim Meer angelangt war.

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Der Fotograf und Bergführer Herbert Raffalt beleuchtet heuer die höchsten und berühmtesten Gipfel Österreichs. Darunter natürlich die nationale Bergprominenz wie Großglockner, Dachstein, Großvenediger sowie die Dreiherrnspitze, aber auch regionale Berggrößen. Unterstützt mit einzigartigen Aufnahmen und informativen Tipps stellt Raffalt sowohl Normalwege als auch erlebnisreiche Routen in den Alpen vor.

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Ein Vortrag von Kurt Diemberger gehört schon lange zu den Fixpunkten beim Gipfeltreffen der Bergszene. Heuer wird der 8.000er-Erstbesteiger von seinen Anfängen als Bergsteiger und seinen Traumbergen der Alpen berichten und führt die Zuhörer vom Montblanc bis zum Großglockner, aber auch von den Höhlen im Untersberg bis zu den Wandmalereien in der Altamira-Höhle.

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Die Freeride-Profis Matthias Mayr und Matthias Haunholder erzählen beim Festival von ihrem unglaublichen Trip zu der menschenleeren Insel Onekotan im pazifischen Feuerring irgendwo zwischen dem russischen Kamtschatka und dem japanischen Hokkaido. Ende 2014 fassten die Freeskier den Plan, auf der Vulkaninsel Ski zu fahren. Alleine ein Schiff zu finden, das sie zu der unbewohnten Insel bringt, gestaltete sich schon als schwieriges Unterfangen. Was sie in diesen 18 Tagen auf Onekotan erlebten, erleben die Besucher bildgewaltig in "The Lost Island".

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Die Extrembergläufer Richard Pirngruber und Fredl Zitzenbacher berichten den Zuhörern am 3. Dezember vom härtesten Trail-Bergrennen der Welt: dem Ultratrail rund um den Montblanc.

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Der Extrembiker Harald Philipp war für viele Salzburger die Neuentdeckung des Festivals 2014. Er ist heuer wieder dabei mit einem Trail auf Strecken, auf denen sich andere nur mehr gesichert bewegen: mit dem Mountainbike über die Klettersteige der Brenta in den südlichen Kalkalpen in Norditalien. Der 27. November steht überhaupt im Zeichen der Radler: Die Velochicks – ein Mountainbikeverein von Frauen nur für Frauen – präsentieren sich und ihr Programm erstmals vor großem Publikum.

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Neben den zahlreichen Vorträgen wird es beim 22. Bergfilmfestival auch einen Gedenkabend für Edi Koblmüller und Albert Precht geben. Koblmüller (69), der Gründer der Alpinagentur Bergspechte, ist am 16. April auf dem Kasbek in Georgien tödlich verunglückt. Er war ein langjähriger Unterstützer des Bergfilmfestivals. Wenig später, am 8. Mai, ist der Bischofshofener Ausnahmekletterer Albert Precht bei einer Klettertour auf Kreta gemeinsam mit seinem langjährigen Kletterpartner Robert Jölli tödlich verunglückt. Beide gehörten zur Elite des heimischen Alpinismus. Ihnen wird am 28. November ein eigener Abend gewidmet. (Stefanie Ruep, 11.11.2015)

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