Was Friseure und Friseurinnen verdienen

10. November 2015, 07:00
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Mit über 90 Prozent Frauenanteil gilt der Friseurberuf als typischer Frauenberuf – die Gehälter sind niedrig

Friseurinnen tönen, färben oder mechen, schneiden bzw. formen die Haare dauerhaft um oder fertigen aufwendige Festtagsfrisuren. Ihre Tätigkeit umfasst außerdem Bartpflege, die Anfertigung und Pflege von Perücken und Haarteilen und den Verkauf von Haarpflegemitteln. In der Ausbildung wird auch die Maskenbildnerei behandelt. Diese erfordert jedoch für die geplante Tätigkeit bei Theater und Film eine entsprechende Zusatzausbildung.

Nötige Eigenschaften

Die intensive Beratung und Betreuung der Kunden steht an erster Stelle. Friseure und Friseurinnen müssen die Kundenwünsche möglichst genau erfassen und besprechen. Dafür benötigen sie vor allem Einfühlungsvermögen, Menschenkenntnis und Geduld. Generell muss eine Friseurin sehr kontaktfreudig und serviceorientiert sein, sowie über gestalterisches Talent verfügen.

Der Friseurberuf ist zudem körperlich anstrengend, da Friseure und Friseurinnen ständig auf den Beinen sind und oft mehrere Kunden gleichzeitig betreuen, üblicherweise zwischen zehn und 30 pro Tag. Darüber hinaus dürfen sie gesundheitliche Risiken durch den ständigen Kontakt mit chemischen Färbemitteln nicht außer Acht lassen.

Was Lehrlinge verdienen

Die Lehrlingsentschädigung beträgt im ersten Lehrjahr 5.530 Euro, im zweiten 7.000 Euro und im dritten Lehrjahr 9.660 Euro brutto pro Jahr. Oft müssen Lehrlinge bis zu zweieinhalb Tage unbezahlte Überstunden pro Monat leisten. Manche Berufsschulen bieten nach einer abgeschlossenen Friseurlehre kostenfrei zusätzliche Ausbildungen in den Bereichen Kosmetik, Fußpflege oder Massage an. Nach der Meisterprüfung besteht die Möglichkeit einer selbständigen Berufsausübung als Gewerbeinhaber, Pächter oder Geschäftsführerin. Der Beruf kann auch auf dem zweiten Bildungsweg erlernt werden.

Die häufig wechselnden Modetrends und die Entwicklung neuer Techniken verlangen zudem ständige Weiterbildung. Möglichkeiten hierzu bieten insbesondere das WIFI, das bfi und der Fachausschuss der Friseure.

Trinkgeld macht oft den Unterschied

Eine ausgelernte Friseurin verdient im ersten Jahr im Schnitt zwischen 20.700 und 23.000 Euro brutto. Nach zehn Berufsjahren liegt das Gehalt meist zwischen 28.000 und 35.000 Euro brutto pro Jahr. Zusätzliche Trinkgelder, die bis zu 5.000 Euro pro Jahr betragen können, machen in vielen Fällen einen wichtigen Bestandteil des Einkommens aus. Je nach Betrieb erhalten Friseurinnen außerdem eine Provision für verkaufte Haarprodukte.

Zur Person

Conrad Pramböck ist Berater und Speaker zu Gehalts- und Karrierethemen. Er leitet bei der Personalberatung Pedersen & Partners den Geschäftsbereich Compensation Consulting.

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  • Das tägliche Werkzeug der Friseure.
    foto: apa/barbara gindl

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  • Männer gibt es in dem Beruf nur sehr wenige.
    foto: reuters/kai pfaffenbach

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