Vatikan dementiert Ermittlungen gegen Ex-RAI-Manager

7. November 2015, 15:59
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Zeitung: Früherer Radio-Vatikan-Journalist soll bei Entwendung geheimer Dokumente eine Rolle gespielt haben

Vatikanstadt – Die Affäre um die Entwendung heikler Dokumente über die Finanzlage des Vatikan zieht weitere Kreise. Die vatikanische Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen gegen den ehemaligen Radio-Vatikan-Journalisten und früheren RAI-Manager Mario Benotti aufgenommen, berichtete die römische Tageszeitung "Il Messaggero" am Samstag. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi dementierte den Bericht am Samstag und sagte, es gebe nur zwei Verdächtige. "Es gibt keine weiteren Verdächtigen außer den beiden, die vergangene Woche festgenommen wurden", betonte Lombardi.

Der Kommunikationsexperte mit guten Verbindungen zur Politik soll eine Rolle bei der Entwendung geheimer Dokumente über die Finanzlage im Vatikan gespielt haben. Benotti ist zurzeit Kabinettschef des italienischen Staatssekretärs für Europa-Fragen, Sandro Gozi. Benotti ist die dritte Person, gegen die die vatikanischen Staatsanwälte im Zusammenhang mit den entwendeten Dokumenten ermitteln. Die Hauptverdächtigen sind zurzeit der inhaftierte spanische Prälat Lucio Angel Vallejo Balda sowie die italienische PR-Agentin Francesca Chaouqui.

Dreistündige Einvernahme

Die vatikanischen Ermittler hatten am Freitag Vallejo Balda über drei Stunden lang im Gendarmeriegefängnis, in dem er seit einer Woche sitzt, einvernommen. Befragt wurden auch weitere "informierte Personen", die jedoch nicht als Verdächtige gelten. Zu ihnen zählt Chaouquis Ehemann, der Ingenieur Corrado Lanino, der Zugang zum vatikanischen Informatiknetz hatte. Neben Akten und Dossiers, die den italienischen Enthüllungsjournalisten Gianluigi Nuzzi und Emiliano Fittipaldi zugespielt worden seien, ermittelt die vatikanische Staatsanwaltschaft auch wegen verschwundener Briefe, Fotos und Dokumente.

Laut italienischen Medien befindet sich die Untersuchung der vatikanischen Justiz in der Endphase. Die Staatsanwälte rechnen damit, bis zu der für den 25. November geplanten Papst-Reise nach Afrika die Untersuchung abgeschlossen zu haben. (APA, 7.11.2015)

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