Handgranate auf deutsches Konsulat in Afghanistan geworfen

7. November 2015, 08:46
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Hintergründe des Angriffs in Masar-i-Sharif unklar

Hamburg/Kabul – Im Norden Afghanistans ist nach einem Medienbericht ein Anschlag auf das deutsche Generalkonsulat nur knapp gescheitert. Internen Bundeswehr-Papieren zufolge schleuderten Unbekannte am 20. Oktober aus einem fahrenden Auto eine Handgranate auf die Vertretung Deutschlands im Zentrum der Provinzhauptstadt Masar-i-Scharif, wie der "Spiegel" im Voraus aus seiner jüngsten Ausgabe berichtet.

Die Granate sei jedoch in einem Graben vor dem Konsulat explodiert. Die Hintergründe des Anschlags sind demnach unklar. Im früher relativ sicheren Masar-i-Sharif, wo die deutsche Bundeswehr ihr letztes Feldlager in Afghanistan betreibt, verschlechtert sich die Sicherheitslage zunehmend. Das Auswärtige Amt verschärfte deshalb zuletzt die Sicherheitsvorkehrungen für die dortige Außenstelle.

Truppenrückzug

Nach der jüngsten Ankündigung von US-Präsident Barack Obama, den US-Truppenabzug aus Afghanistan zu verzögern, soll nach dem Willen von Verteidigungsexperten von Union und SPD auch der Bundeswehrstützpunkt in Masar-i-Sharif länger als bisher geplant gehalten werden. Ursprünglich war geplant, im Frühjahr kommenden Jahres die Truppenstärke der Bundeswehr in Afghanistan erheblich zurückzufahren und sich in die Hauptstadt Kabul zurückzuziehen. Obama will wegen der schwierigen Sicherheitslage die aktuelle US-Präsenz von 9.800 Soldaten am Hindukusch nächstes Jahr weitgehend beibehalten. (APA, 7.11.2015)

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