Abgaswerte bei VW: Höhere Steuer bei Dienstwagen droht

7. November 2015, 09:00
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Privatnutzung: Sachbezug steigt, wenn CO2-Wert überschritten wird

Wien – Die höheren Abgaswerte bei Volkswagen könnten für Autofahrer unangenehme steuerliche Konsequenzen haben. Nicht nur bei der Normverbrauchsabgabe NoVA wäre ein über den Angaben im Typenschein liegender CO2-Ausstoß relevant, sondern auch bei der privaten Nutzung von Dienstwagen. 2016 kommt es nämlich bei der Besteuerung der Privatnutzung von Firmen-Pkws zu einer bedeutsamen Umstellung. Danach gilt: Wird ein gewisser Kohlendioxid-Schwellenwert überschritten, fallen höhere Steuern für die private Benutzung des Dienstautos an.

Die fixierte Grenze liegt bei 130 Gramm je gefahrenen Kilometer und fällt danach stufenweise bis auf 118 Gramm im Jahr 2020. Sollte die Trickserei dazu führen, dass der Ausstoß entgegen den Angaben auf dem Typenschein über dem Wert liegt, könnte das teuer kommen: Die Differenz macht – je nach Steuertarif – bis zu knapp 1500 Euro aus. Ganz unrealistisch erscheint ein höherer Obolus nicht, dazu ein Beispiel: Ein VW Passat Variant 2,0 TDI kommt auf 119 Gramm CO2-Ausstoß je gefahrenen Kilometer. Sollten die tatsächlichen Emissionen nur um zehn Prozent über den angegebenen Werten liegen, wäre der Strafzuschlag beim Sachbezug bereits fällig. Ähnliche Fälle gibt es bei Audi oder Golf. Volkswagen und Audi hatten eigene Homepages eingerichtet, um ihre Modelle mit weniger als 130 Gramm Ausstoß anzupreisen. Jetzt sind diese Seiten nicht mehr abrufbar. Steuerschuldner ist übrigens der Arbeitnehmer. Im Finanzministerium will man den Fall angesichts fehlender offizieller Informationen noch nicht kommentieren. Es ist aber zu hören, dass im Fall der Fälle eine gütliche Lösung angepeilt wird.

Grundsätzlich fällt die Steuer an, weil es sich bei einem Firmenwagen um einen geldwerten Vorteil handelt, wenn dieser auch privat genutzt wird (das gilt auch für die Fahrt vom Wohnort zum Arbeitsplatz und retour). Dieser Vorteil erhöht die Bemessungsgrundalge für die Lohnsteuer und die Sozialversicherungsabgaben um 1,5 Prozent der Anschaffungskosten des Pkw. Liegen die Emissionen über dem genannten Grenzwert, kommen zwei Prozent zur Anwendung. Bei der Anschaffung wird ein Maximalbetrag von 48.000 Euro angenommen, weshalb der Sachbezug mit 720 Euro im Monat gedeckelt ist. Bei mehr als 130 Gramm CO2-Ausstoß steigt der Wert auf 960 Euro. (as, 7.11.2015)

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