Fred Vargas: Das düstere Zeichen

10. November 2015, 10:16
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In ihrem neuen Krimi verbindet die Autorin eine nie aufgeklärte Tourismustragödie mit der Französischen Revolution

Die Warterei hat ein Ende. Der neue Krimi von Fred Vargas ist da! Der Titel weckt Assoziationen zur Französischen Revolution, und die kommt auch ins Spiel. Erst geht es aber um Selbstmorde, die keine sind, um eine tote Lehrerin und einen toten Schlossbesitzer.

Die beiden hatten anscheinend nichts miteinander zu tun, doch Kommissar Adamsberg grübelt über ein Zeichen nach, das an den Tatorten gefunden wurde. Es stellt möglicherweise eine Guillotine dar. Die Toten waren Mitglieder einer Reisegruppe, die vor Jahren auf der isländischen Insel Grimsey Furchtbares erlebte.

Vargas verbindet diese nie aufgeklärte Tourismustragödie mit der Französischen Revolution. Wie sie das macht, ist genial. Sie zieht den Leser in einen Fiebertraum, so lebendig lässt sie die historischen Figuren agieren. Die Schilderung des Terrors, den die Tugendsamen im Namen der neuen Ideologie verbreiteten, ist wahrhaft grauenvoll. Und wie hängt das mit Island zusammen? Vargas hat ein Faible für Knöchelchen. Mehr sei nicht verraten. (Ingeborg Sperl, Album, 7.11.2015)

  • Fred Vargas, "Das barmherzige Fallbeil". Deutsch: Waltraud Schwarze. € 20,60 / 508 Seiten. Limes, München 2015
    foto: limes

    Fred Vargas, "Das barmherzige Fallbeil". Deutsch: Waltraud Schwarze. € 20,60 / 508 Seiten. Limes, München 2015

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