ÖBB rechnet mit 15 Millionen Euro Kosten für Flüchtlinge

6. November 2015, 10:26
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Konzernchef Christian Kern: "Wirft uns nicht aus der Bahn" – Einsatz auf Dauer nicht aufrechtzuerhalten – Sorgen um Güterverkehr

Wien – Die Flüchtlingskrise kostet die ÖBB heuer 15 Millionen Euro. "Das ist unerfreulich, aber es wirft uns nicht aus der Bahn", sagte Konzernchef Christian Kern am Freitag in einem Interview mit den Bundesländerzeitungen und der "Presse". Allerdings warnt Kern, dass die Bahn ihren Einsatz nicht auf Dauer aufrechterhalten könne.

Viele Transitflüchtlinge sind in Österreich mit der Bahn transportiert worden. "Eine motivierende Übung" sei das gewesen, weil es gezeigt habe, dass die Organisation ÖBB funktioniere. "Auf Dauer betrachtet kann dieses Leistungsspektrum aber nicht aufrechterhalten werden", warnt Kern. Denn es gelinge kaum noch, Lokführer und Zugbegleiter zu zusätzlichen Schichten zu motivieren.

Beschädigte Zuggarnituren kommen laut Kern zwar vor, allerdings gebe es das etwa auch bei Fußballspielen: "Das ist nicht eine Frage von mangelndem Benehmen, sondern die Konsequenz davon, wenn sich sehr viele Menschen auf engem Raum aufhalten."

Im Regionalverkehr in Salzburg gab es laut Kern Umsatzeinbußen "um die 20 Prozent". Sorgen bereitet Kern unabhängig vom Flüchtlingsthema die Wirtschaftskrise, weil diese das wichtigste Geschäftsfeld der Bahn – den Güterverkehr – beeinträchtigt. "Von den 80 Stahlwerken (in Europa, Anm.) laufen 50 unter ihren Kapazitäten. Die Containerhäfen verzeichnen große Rückgänge", beklagt Kern. (APA, 6.11.2015)

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