Nach Fabrikeinsturz in Pakistan inzwischen 23 Tote geborgen

6. November 2015, 08:34
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Rettungskräfte suchen weiter nach Unglücksopfern

Lahore – Zwei Tage nach dem Einsturz einer Fabrik im pakistanischen Lahore sind mittlerweile 23 Todesopfer geborgen worden. Mehr als hundert Menschen seien lebend aus den Trümmern des Gebäudes geholt worden, teilten die Behörden am Freitag mit. Es werde weiter nach Überlebenden gesucht, die Hoffnung schwinde jedoch.

Die Fabrik für Plastiksackerl im Industriegebiet von Lahore war am Mittwochabend eingestürzt. Unklar war, wie viele Menschen sich zum Unglückszeitpunkt in dem Gebäude aufhielten. Die Behörden gingen von bis zu 200 Menschen aus. Die meisten Arbeiter waren Überlebenden zufolge zwischen 14 und 25 Jahre alt, einige aber auch jünger.

Möglicherweise Folgen des Bebens

Unterstützt von Spezialisten der Armee arbeiteten sich die Bergungsteams vorsichtig durch die Trümmer. Dort waren immer wieder Stimmen von Verschütteten zu hören. Laut dem 22-jährigen Arbeiter Mohammad Navid schliefen zudem Dutzende Kollegen in einem Teil des Gebäudes, zu dem die Teams noch gar nicht vorgedrungen waren. Angehörige der Vermissten versuchten verzweifelt, zu dem Gebäude zu gelangen, wurden aber von Sicherheitskräften zurückgehalten.

Wenige Tage vor dem Einsturz der Fabrik waren Pakistan und Afghanistan von einem schweren Erdbeben erschüttert worden, bei dem knapp 400 Menschen getötet wurden. Die Behörden von Lahore gehen nun Vorwürfen nach, dass der Besitzer weiter produzieren und zudem ein weiteres Stockwerk bauen ließ, obwohl das Gebäude bei dem Beben beschädigt worden war.

Viele Gebäude in Pakistan weisen Baumängel auf, immer wieder kommt es deshalb zu schweren Unglücken. Im vergangenen Jahr starben beim Einsturz einer Moschee in Lahore 24 Menschen. Im September 2012 kamen bei einem Brand in einer Textilfabrik in Karachi 255 Menschen ums Leben. Die Besitzer wurden wegen Mordes angeklagt, doch der Prozess gegen sie hat bis heute nicht begonnen. (APA, 6.11.2015)

  • Bergungsarbeiten am Unglücksort.
    foto: apa / afp / arif ali

    Bergungsarbeiten am Unglücksort.

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