Klimawandel holt ExxonMobil ein

6. November 2015, 06:49
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Der Ölkonzern informierte möglicherweise nicht ausreichend über Geschäftsrisiken aufgrund der Erderwärmung

Irving / New York – Die US-Behörden haben gegen Exxon Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel aufgenommen. Der Generalstaatsanwalt von New York, Eric Schneiderman, habe am Mittwochabend zahlreiche Unterlagen, darunter auch E-Mails und Finanzdokumente, von dem Energieriesen angefordert, sagte sein Sprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Es werde geprüft, ob Exxon die Öffentlichkeit über die Risiken der Klimaveränderung getäuscht habe. Zudem werde untersucht, ob der Konzern seine Investoren ausreichend über die möglichen Folgen dieser Risiken für sein Öl-Geschäft informiert habe.

Möglicherweise auch andere Ölfirmen betroffen

Die "New York Times" hatte zuerst von den Ermittlungen berichtet. Ein Exxon-Sprecher sagte der Zeitung, es werde noch entschieden, wie auf das Schreiben der Staatsanwaltschaft reagiert werden solle. Das Unternehmen habe in Geschäftsberichten seit Jahren über die finanziellen Risiken des Klimawandels informiert, so der Sprecher.

Laut "New York Times" könnten die Ermittlungen auch auf andere Ölfirmen ausgeweitet werden. Allerdings wurden noch keine weiteren Beweisaufnahmeverfahren in die Wege geleitet, heißt es in dem Bericht. Zu den Risiken des Klimawandels für Ölkonzerne zählen üblicherweise verstärkte staatliche Regulierungsmaßnahmen, die sich negativ auf ihren Absatz auswirken könnten.

Eine mit den Ermittlungen vertraute Quelle sagte der Zeitung, diese seien vor einem Jahr eingeleitet worden. Umweltschützer warfen der Unternehmensführung in der Vergangenheit vor, kritische Berichte ihrer hausinternen Wissenschafter über die globale Erwärmung angezweifelt zu haben. Ein Exxon-Manager wies dies am Donnerstag zurück. (APA, Reuters, 6.11.2015)

  • Die Staatsanwaltschaft prüft, ob der Ölriese ausreichend über durch den Klimawandel verursachte Geschäftsrisiken informiert hat.
    foto: reuters / jason reed

    Die Staatsanwaltschaft prüft, ob der Ölriese ausreichend über durch den Klimawandel verursachte Geschäftsrisiken informiert hat.

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