2:1-Sieg in Pilsen: Rapid stolpert zum Aufstieg

5. November 2015, 21:28
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Rapid überwintert nach dem vierten Sieg im vierten Spiel in der Europa League. Mit Glück und dank zweier Tore von Philipp Schobesberger

Pilsen – Die Ausgangslage war durchaus erfreulich. Nach drei Siegen in der Gruppe E der Europa League benötigte Rapid am Donnerstagabend in der Doosan-Arena von Pilsen nur ein Pünktchen, um den Aufstieg ins Sechzehntelfinale bereits nach vier von sechs Runden zu fixieren. Trainer Zoran Barišić wusste das natürlich, er forderte von jedem Einzelnen, an die Leistungsgrenze und drüber zu gehen.

Viktoria stand unter Druck, der tschechische Meister musste gewinnen, um im Rennen zu bleiben. Rapid wurde allerdings nicht gegründet, um ein Remis zu ermauern. Barišić gab deshalb die Devise aus: "Agieren." So wie vor zwei Wochen, als im Happel-Stadion ein 3:2-Erfolg gefeiert wurde.

Tschechen ohne Fortune

Und sie agierten. 13. Minute: Präziser Steilpass von Florian Kainz auf Philipp Schobesberger. Der ist fast so schnell wie der Schall, macht überlegt das 1:0. Viktoria war perplex bis geschockt, Rapid wollte das schamlos ausnützen. 23. Minute: Stefan Schwab schickt Schobesberger auf die Reise, der ist diesmal nicht so abgebrüht, schießt knapp daneben. Für Pilsen war es ein Weckruf, die Gastgeber nahmen das Heft in die Hand. Die Wiener verzeichneten leichte Ballverluste, kamen kaum in Zweikämpfe. Viktoria dürfte allerdings kein Zielwasser getrunken haben, hochkarätige Chancen wurde vergeben.

Es war eine intensive, flotte Partie. In der 50. Minute schied Kapitän Steffen Hofmann verletzt aus (Zerrung), er wurde durch den defensiveren Srdjan Grahovac ersetzt. Pilsen kombinierte gefällig, schnürte den Gast, der auf Konter hoffte, ein. 67. Minute: Innenverteidiger Christopher Dibon erleidet das Schicksal seines Kapitäns, Maximilian Hofmann kommt. Rapid verliert die Kontrolle, der eingewechselte Holenda köpfelt an die Stange, macht in derselben Minute (71.) das hochverdiente 1:1.

Rapid macht Spaß

In der 78. Minute wurde der Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Der starke Schwab setzt erneut Schobesberger ein, der läuft gen Tor, stolpert, fliegt hin, bugsiert den Ball mit dem linken Schienbein zum 2:1 über die Linie. Prädikat kurios. In der Nachspielzeit trifft Schobesberger stehend die Stange. Völlig ausgepumpt sagte er: "Es war intensiv, wir sind stolz." Schwab: "Es hätte keiner gedacht, dass wir es so früh schaffen. Das ist nicht alltäglich." Barišić: "Ich bin überglücklich, die Mannschaft macht Spaß."

Rapid hat im fünften Versuch erstmals die K.o-Phase erreicht. In der anderen Partie siegte Villarreal bei Dinamo Minsk 2:1. Am 26. November wird entspannt in Villarreal fortgesetzt, am 10. Dezember steigt im Happel-Stadion die Aufstiegsparty gegen Dinamo Minsk. Am Sonntag wartet in der Bundesliga auswärts Grödig. Das klingt gefährlich, zumal einige Stützen fehlen werden. (red, 5.11.2015)

Europa League

Viktoria Pilsen – SK Rapid Wien 1:2 (0:1). Pilsen, Doosan Arena, 11.691, SR Luca Banti (ITA).

Tore: 0:1 (13.) Schobesberger, 1:1 (71.) Holenda, 2:1 (77.) Schobesberger

Pilsen: Kozacik – Rajtoral (81. Mahmutovic), Hejda, Prochazka, Limbersky – Horava, Hrosovsky – Petrzela (63. Kopic), Kolar (70. Holenda), Kovarik – Duris

Rapid: Novota – Pavelic, Sonnleitner, Dibon (67. M. Hofmann), Stangl – Petsos, Schwab – Schobesberger, S. Hofmann (51. Grahovac), F. Kainz – Prosenik (79. Jelic)

Gelbe Karten: Limbersky, Horava bzw. Dibon

  • Im Zirkus Roncalli geht es nicht spektakulärer zu: Schobesberger bringt die Kugel kurios im Tor unter.
    foto: apa/neubauer

    Im Zirkus Roncalli geht es nicht spektakulärer zu: Schobesberger bringt die Kugel kurios im Tor unter.

  • Als ein Nasser wiegt der Doppel-Torschütze 67 Kilogramm. Und die lassen sich gut durch die Gegend tragen.
    foto: apa/neubauer

    Als ein Nasser wiegt der Doppel-Torschütze 67 Kilogramm. Und die lassen sich gut durch die Gegend tragen.

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